Alte Kameraden

Das Problem, das schon der mittlerweile aufgelöste Verein 1. FC Sachsen Leipzig mit Teilen seines Publikums hatte, existiert weiter. Wir erinnern uns: das Auftreten einiger (vieler) Fans bei Spielen und im Umfeld des FCS war einer der Auslöser dafür, das ein nicht geringer Teil der Fans ausstieg und sich einem neuen Verein zuwandte – der damals wieder belebten BSG Chemie Leipzig.

Anyway, am letzten Samstag kam es zu einem Spiel zwischen der neu entstandenen SG Leipzig-Leutzsch gegen der Roten Stern im Rahmen des Sachsenpokals. Ich war nicht dort und offensichtlich war es besser so. Viel ist geschrieben worden in den letzten zwei Tagen, der Kommentar, der die Situation am besten zusammen fasst (für die SG LL) findet sich heute im Online-Kreuzer:

Und da steckt das wirklich Traurige und Frustrierende an diesem Fußballnachmittag: Das so offensichtliche Wegschauen und Weghören, das Nicht-Handeln, Nicht-Problematisieren, Nicht-Eingreifen. Hier wurde sich von offizieller Seite hinter der Maske des »Unpolitischen« versteckt, zugleich eine vermeintliche politische Offenheit propagiert und sich dabei vollständig der Verantwortung für das Geschehen entzogen.

Was mit Wegschauen und Weghören gemeint ist, zeigt dieses Video:

SG Leipzig Leutzsch vs. Roter Stern Leipzig “Engels”-Chöre from Go Jamal on Vimeo.

Alter Wein, nicht ganz so neue Schläuche…

Weiterführende Artikel:
Chemieblogger
die lokale Tageszeitung hat auch was
Kreuzer (Quelle für das og. Zitat)

Was waere wenn…

Ein beliebtes Thema der historischen Fiktion, schon seit geraumer Zeit, sogenannte “What if…” Romane. Slavoj Zizek schreibt dazu:

Since the non-occurrence of the October Revolution is a favourite topic of ‘what if?’ historians, it’s worth looking at how Lenin himself related to counterfactuality. He was as far as he could be from any reliance on ‘historical necessity’. On the contrary, it was his Menshevik opponents who emphasised the impossibility of omitting one of the stages prescribed by historical determinism: first bourgeois-democratic, then proletarian revolution. When, in his ‘April Theses’ of 1917, Lenin claimed that this was the Augenblick, the unique opportunity to start a revolution, his proposal was at first met with stupefaction or contempt by a large majority of his party colleagues. But he had understood that the opportunity was provided by a unique combination of circumstances: if the moment wasn’t seized, the chance would be forfeited, perhaps for decades. Lenin was entertaining an alternative scenario: what if we don’t act now? It was precisely his awareness of the catastrophic consequences of not acting that impelled him to act.

(via)

Warmduscher

Badewanne sind eine Spitzensache. Die ganze Woche wartet und sehnt man sich danach, endlich in eine mit warmen Wasser und Blubberzeugs und Schaum gefüllte zu sinken, alles von sich abfallen zu lassen und einfach nur im warmen Wasser zu treiben. Augen zu. In einem guten Vollbad möchte man liegen bleiben bis es gar nicht mehr anders geht, bis die Haut verschrumpelt ist.

Eine warme Dusche ist nur ein Ersatz für dieses wohlige Gefühl, sie wird aber trotzdem gern genutzt um es wenigstens kurz zu haben. Wie ein billiges, schnelles Vergnügen, schal nach fünf Minuten, nur eine Vorstellung von dem Treiben lassen in der Wanne, in der man gerade steht mit Blick auf einen öden Duschvorhang aus dem Baumarkt der sonst beschämt versteckt würde. Man steigt schnell heraus, sucht beschämt nach einem Handtuch und Creme, sauber zwar, aber ohne das entspannende Gefühl der Nacktheit, das sich nur im Warmen so richtig einstellt.

Manche Menschen haben nur eine Dusche oder noch nicht mal das, die sind dann möglicherweise neidisch auf die Menschen mit Badewanne. Oder Dusche. Oder beides. Manche Menschen haben Dusche und Badewanne und können einfach beides haben, je nach Lust und Laune.

Leider wird das Wasser beim Wannenbad schnell kalt, die Liegelage unbequem, man beginnt von der hohen Luftfeuchtigkeit getrieben zu schwitzen, die Kopfhaut kribbelt und der Waschlappen im Gesicht macht die Lage auch nicht besser. Dann will man lieber duschen. Oder nur schnell raus. Und nur die Angst vorm kalten draußen hällt einen zurück. Noch einmal, zweimal lässt man warmes Wasser nach, verlängert den Moment. Bis das ganze Bad warm ist, die Kälte verdampft.

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+++ sale +++ sale +++ sale +++

Ich habe mich entschlossen, endlich, mich von lieb gewonnenen Besitztümern zu trennen die hier nur rumstehen, Platz wegnehmen nicht mehr benötigt werden. Hauptsächlich will ich einen Bücherschrank loswerden, aber dazu müssen erstmal die Bücher und ein paar Schallplatten weg. Und eigentlich entsteht dieser Artikel als Vorbereitung auf das Erstellen der Verkaufsanzeigen bei Ebay.

Sammlung von 45” Singleschallplatten & 33” LP

plattenAus einer Zeit, in der Reggae noch schicker war und auf Vinyl veröffentlich wurde, stammt diese kleine Sammlung an 45” Singles. Es handelt sich um die Tunes (in Klammern die Titel):

Bongo Nyah (Bongo Nyah; Lloyd Brown, On&On; Glen Washington)
Forever (Forever; Tanya Stephens, Burn dem down; Turbulence)
Reverence (Reverence; Anthony B)
Messer Banzani (It’s appropriate; Sizzla)
Valentine (After the Storm; Gentleman)
Cure (Show the interest; Sizzla, Need you tonight; Tanya Stephens, Release; Seeed)

Sowie, als Dreingabe die Premium Stars LP (33”) mit Titel auf “Doctors Darling”, “Cure”, “Messer Banzani”, “Valentine” und andere. Die komplette Liste gibt es hier.

Auktionslink

Und:

Das MEW. Ja genau, der große Brocken:

Karl Marx Friedrich Engels “Werke” (MEW)
herausgegeben vom Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED, Dietz Verlag, Berlin. Bei der Reihe liegen insgesamt 39 Bände vor, von 1 – 39 (komplett).

Das MEW (Ausschnitt)

Zusätzlich liegen 3 Zusatzbände bei:
- “Ergänzungsband. Schriften-Manuskripte-Briefe bis 1844. Erster Teil.”, Berlin
- “Ergänzungsband. Schriften-Manuskripte-Briefe bis 1844. Zweiter Teil.”, Berlin
- “Marx Engels Sachregister. Band 1-39.”, Berlin
Die Bücher haben allesamt einen blauen Einband mit goldenen Prägungen. Sie stammen aus verschiedenen aufgelösten Kreisbüchereien in Südsachsen / Vogtland. Die Bücher sind teilweise mehr oder weniger berieben. Die Buchrücken sind größtenteils etwas ausgeblichen, aber trotzdem durchaus gut lesbar. Teilweise sind Ecken bestoßen. Teilweise wurden in den Büchern Anmerkungen und Anstreichungen durchgeführt. Die Innenteile weisen ansonsten keine gröberen Mängel auf und sind bestens lesbar. Die Bücher haben unterschiedliche Jahresangaben, was die Veröffentlichung angeht. Diese reichen von 1960 bis 1988.
Die Reihe ist insgesamt in einem guten Zustand und bestens lesbar.
Alle Bände werden zusammen verkauft.

Auktionslink

google plus freundefinder

Bevor ich jetzt den siebenunddrölften Post rauslasse, wie toll Google Plus doch ist und was für spitzen Dinge sich damit tun lassen, verweise ich lieber auf die guten Zusammenfassungen bei Spreeblick, Mashable oder ReadWriteWeb, das sollte reichen um sich einen Überblick zu verschaffen.

Nur eine Debatte, die hoffentlich nur im deutschen Teil tobt, die würde ich gern aufgreifen, es geht, wie sollte es anders sein, um Einladungen. Google Plus ist ja noch Beta, daher war in den letzten beiden Tagen ein großer Run auf Invites zu beobachten, das ebbt aber wieder ab. Entsprechend bewegt sich die Diskussion hin zu “unfreiwilligem” eingeladen werden, was funktioniert, indem man eine beliebige Mailadresse nimmt und in einen Circle schmeißt oder sie direkt beim zu teilenden Post hinterlegt. Der so eingebaute “noch nicht google plus Nutzer” erhält dann eine entsprechende Einladung, auf die er oder sie reagieren kann.

Problem:
“Das ist sowieso in Gewisser Hinsicht eine Zumutung, da Google ganz ähnlich wie Facebook einen zumindest rudimentären Social Graph über Leute anlegen kann, die nicht bei Google+ sind und das vielleicht auch verweigern.”
(aus einem Kommentar bei Google+)”

Google ist eine Suchmaschine. Nebenbei gibt es das Angebot, seine Mails über Google zu versenden, inklusive passender Adresse und schier unendlichem Webspeicher, Adressbuch und Kalender. Zusätzlich dazu Mobiltelefone, die auf ebenjenes Adressbuch zurück greifen. Zumindest in meinem Fall hat Google bereits alle relevanten Emailadressen zusammen und könnte mit den Daten der vergangenen Jahre sicherlich einen guten Social Graph bauen, ohne Google Plus auch nur ein einziges Mal zu bemühen.

Und zack kommt dann der Freundefindervergleich. Nur der Unterschied wird nicht verstanden. Der Freundefinder möchte vom Nutzer gern Nutzername und Passwort für einen Mailanbieter, um das Adressbuch zu analysieren.

Google (Plus) hast du das schon gegeben.

Wer also sagt, Google Circles und (un-)beabsichtigte Einladungen seien genauso schlimm wie der Freundefinder, sollte vielleicht einfach sein Google-Profil (ja, ich meine das ganze) einfach löschen und wieder web.de nutzen.

Meine erste Begegnung mit Ronald M. Schernikau

Meine erste Begegnung mit Ronald M. Schernikau fand in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung statt, 2005. Das ist nicht weiter verwunderlich wenn man weiß, das einer der Redakteure damals Dietmar Dath war. Wer den Sammelband “Heute keine Konferenz” von 2007 sein eigen nennen darf wird sich bald ähnlichen Begegnungen gegenüber sehen, mit Zombies, mit Star Treck und Science Fiction Autoren wie Philip K. Dick, aber auch mit verschwurbelten Texten zu Drogenkochbüchern aus Amerika.

Die Begegnung mit Schernikau liest sich dann so:

“Der geistreiche Ost-Kommunist Peter Hacks hat damals vor allem versucht, dem verdienten West-Kommunisten Andrè Müller den kommunistischen Schriftsteller Ronald M. Schernikau als einen “sicheren Mann” nahezubringen. Hacks warb, Müller wehrte ab – der Punkt war ein ästhetischer: Dieser Schernikau, schimpfte Müller vergnatzt, neige “sehr zu diesem Konkret-Stil jenes Idioten, der dort immer Schallplatten bespricht”.

Kleines Gewinnspiel am Rande: ich habe den Sammelband gelesen, er wird sicherlich auf ein digitales Lesegerät wandern. Wer also errät (oder weiß), welchen Schallplattenbesprecher Müller hier angeht, bekommt das Buch mit der Post (in den Kommentaren :) )

Die passende Anzeige

 

mit Google AdsDer Artikel dazu ist natürlich auch lesenswert. Link

Atomausstieg jetzt!

Seitdem 1986 die atomare Katastrophe in Tschernobyl der Welt endgültig zeigte wie unsicher Kernkraft ist, sollte diese “Brückentechnologie” abgeschaltet, sollten Lösungen für andere Möglichkeiten der Energieerzeugung gefunden werden. Aber auch 25 Jahre später, davon 9 Jahre mit rot-grüne Bundesregierung, haben in Deutschland nur dazu gereicht, einen verwaschenen Kompromiss zu finden – der prompt von der aktuellen Bundesregierung aufgeweicht wurde. So ist parlamentarische Demokratie – alles Kompromiss, Maximalforderungen werden verwaschen, es geht um Arbeitsplätze, Stromsicherheit für den “Standort”, Fragen der Endlagerung aber auch Profitmaximierung, Kapitalinteressen und vieles mehr.

Chernóbyl: crónica de un desastre

Der Unglücksreaktor 1 - Foto von Samual Pedrete - CC-Lizenz

Es geht hier nicht darum zu sagen jedem Atomkraftwerk in Deutschland könnte morgen das gleiche passieren. Es geht darum zu sagen, das es tausende Gründe geben kann die zu einem Störfall in einem Atomreaktor führen können. Ein Erdbeben der Stärke 9,0 mit anschließendem Tsunami, was zum Ausfall selbst der Notkühlsysteme führte ist der 1.001. Auch in Europa werden noch Siedewasserreaktoren betrieben, auch in Europa kann es zu teilweise schweren Erdbeben kommen. Menschliches oder technisches Versagen kommt hinzu wie der Zufall es will. Für die Vernichtung der Challenger (auch 1986) war ein verschlissener Dichtring verantwortlich.

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Kinderbuch

kommunismus - kleine geschiche, wie endlich alles anders wird

ein gutes kinderbuch

Das erste Kinderbuch. Schon gehört. Wird noch selbst und dann vorgelesen. Read more…

Grammatik, du alte Schlampe!

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