(Re)Reading Poulantzas

Für das Verständnis von Staat und Gesellschaft ist sein Verhältnis zur Produktionsweise entscheidend
– drei theoretische Ansätze: strukturell-deterministisch, technologisch-deterministisch, historisch-strukturalistisch
– historisch-strukturalistischer Ansatz erfasst die Produktionsweise als Wechselbeziehung von Ökonomomie, Politik und Ideologie.
– in diesen Wechselbeziehungen stehen sich Strukturen und verschiedene Formen der Klassenpraxis gegenüber
– Strukturen erfüllen spezifische ökonomische, politische und ideologische Funktionen die entscheidend sind für die Reproduktion der Produktionsweise

Von einer stabilen Produktionsweise lässt sich sprechen, wenn Strukturen auf jeder Ebene als integrierte Systeme funktionieren, in denen die Bedingungen für die Aneignung von Mehrwert aufrecht erhalten und ausgeweitet werden.
C.W. Barrow

– gesellschaftliches Handeln der verschiedenen gesellschaftlichen Klassen (=Klassenpraxis) führt zu Konflikten und Widersprüchen innerhalb der Strukturen
– eine besondere Struktur wird dadurch nötig, eben der bürgerliche Staat, dessen allgemeine Funktion das Regulativ des globalen Gleichgewichts ist
Eingriffe werden nötig weil:
– die ökonomische Ebene nicht von der Politischen unabhängig und
– das strukturelle Gleichgewicht ist nicht durch das ökonomische vorgegeben ist
– „Staat“ existierte schon immer in den (einzelnen) Produktionsverhältnissen, seine Funktion ist ökonomisch und ideologisch. In erster Linie ist es die politische Funktion des Staates, in der politischen Klassenauseinandersetzung die politische Ordnung aufrecht zu erhalten, „in scheinbar neutraler Gestalt Recht und Ordnung“
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