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schwer, aber ohne cannabis.

7 November 2007 63 views 6 Kommentare

Na hallo, endlich aufgewacht? Die LVZ publizierte heute eine Meldung der Staatsanwaltschaft zur Belastung von Marihuana mit (via Heldenstadt.de). In Extremfällen droht Bleidemenz oder Bleienzephalopathie mit Koma und so. Dazu gibt es so einiges zu sagen.Ich muss mich fragen, ob das so neu ist und komme zu dem Schluss: nein. Irgendwann im letzten Jahr (im Sommer, denke ich) war das Thema einer Warnmeldung der Drugscouts , die sich mit Glasspuren in Mariuhanaprodukten befasste. Der DHV nennt Talkum, Zucker, Sand, Glas und Flüssigplastik als Streckmittel. Der DHV auch die Bundesdrogenbeauftragte Sabine Bätzing mit einer Anfrage darauf hingewiesen. Lassen wir den Sprecher des DHV zu Wort kommen:

“Wenn die Drogenbeauftragte schnell und konsequent auf unsere Hinweise reagiert hätte, hätten die Vergiftungen in vermutlich verhindert werden können. Eine massive öffentliche Warnung vor Streckmitteln wäre notwendig gewesen. Bätzing hat als Drogenbeauftragte versagt. Sie ist in ihrer Position auch für die vier Millionen Cannabiskonsumenten in zuständig.


Die Stadt ist da vorbildlicher und gibt eine eigene Warnmeldung heraus. Wo ist jetzt aber das eigentliche Problem. Ich sehe dreierlei:

Zum einen macht es mich schon stutzig das erst Menschen in Krankenhäuser eingeliefert werden müssen um zu erkennen das Gras gestreckt wird. Die nimmt doch in regelmässigen Abständen Marihuana auf - wird das nicht untersucht? Ausserdem glaube ich das ein Grossteil der schwarz gehandelten Güter in irgend einer Form gestreckt sind. Gerade Kontamination mit Glaspartikeln ist ein lang bekanntest Problem. ist natürlich unüblich - aber aufgrund seines Gewichtes natürlich geradezu prädestiniert um die nach Gewicht verkauft werden zu strecken.

Das bringt mich zum zweiten Punkt und zur Frage, warum dass so ist. Es handelt sich hier um einen “schwarzen” und damit unreglementierten Markt. Somit sind die am Markt Teilnehmenden - besonders die Händler - nicht dazu gezwungen sich an “Reinheitskriterien” zu halten. Der “Markt” benötigt um zu funktionieren gewisse Regeln, Gesetzlichkeiten, Abläufe - auf kriminalisierten Märkten findet das natürlich nicht statt, es handelt sich sozusagen um parallaktische Marktformationen. Kein Fleischer würde auf die Idee kommen, Wurst mit irgend etwas zu strecken. Naja, vielleicht schon - aber immer schön entlang der Grenzwerte, die müssen sogar abgedruckt oder ausgewiesen werden. Schwarze Schafe werden natürlich geschnappt, auch wenn auch im Bereich der Lebensmittel manchmal Menschen in Krankenhäuser kommen. Auf kriminalisierten Märkten ist das die Normalität - kein Händler würde auf die Idee kommen, seine Ware nicht auf irgend eine Art zu strecken. Und gerade , ich erwähnte es schon…

Was auch erklärt, warum das BKA nicht weiss was vor sich geht (oder zu vorgibt): in einem kriminalisierten Markt wird der Rechtsstaat und sein Organe - natürlich - nicht ordnend tätig. Es gibt eben nicht - wie beim Fleischer - “Lebensmittelkontrolle”. Warum ist das so? Mit dem geltenden gesellschaftlichen Konsens ist akzeptierende Drogenarbeit nicht oder nur unter schwierigen Umständen möglich. Das mag mit gehen, oder mit Gewalttätern. Drogenkonsumenten sind als “Konsumenten” nicht zu schützen, sie begehen ja eine Straftat oder bewegen sich zumindest potenziell am Rande einer solchen. Würde solche Dinge passieren, wenn Rauschmittel auf Ihre Inhaltsstoffe getestet werden - und zwar alle? Bei Tabak und Alkohol geht das ja durchaus auch. Die Raucher mögen mal auf Ihre Packung schauen, die Trinker auf die Flaschen. Es war einmal möglich, in der Charité zu testen. Eingestellt auf Weisung des Gesundheitsministeriums. Es war ist noch (?) möglich, als Schwerstabhängiger Heroin “auf Rezept” zu bekommen - das wird voraussichtlich eingestellt.

Abschliessend wäre zu sagen, akzeptierende Drogenarbeit wird die - und Drogenprobleme nicht lösen - gepaart mit Entkriminalisierung würde es aber zu einem verbesserten Konsumentenschutz führen.

externer Link: Artikel bei heldenstadt.de zum Thema

(Anmerkung für heldenstadt.de: Danke für den Link auf mein Review der Demo am 6.11. Wäre cool, wenn Ihr daraus ganz web x.0mäßig einen trackback machen würdet.)

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6 Kommentare »

  • Looza said:

    Ganz simpel gesagt sind die Leute die den Handel mit Gras in diesem Land in der Hand haben dieselben Leute die auch mit den ganzen anderen krasseren Drogen dealen, Frauen aus Osteuropa hierher verschleppen und zwangsprostituieren, Leute umnieten, Läden abfackeln und was weiß ich. Die organisierte Kriminalität halt. Hatten gestern ein großes Gespräch auf ner Party drüber und unsere Idee : Grasverkauf ab sofort staatlich kontrolliert in der Apotheke, maximal drei Gramm am Tag.

  • ml (author) said:

    Ähnliche Gespräche hatte ich auf unserer Party. Eigentlich wäre es Zeit für staatlich sanktionierten Drogenabverkauf für Suchtkranke. Eigentlich auch für Alkohol.

  • Looza said:

    Und Nachtrag : Ich glaube die Kifferszene in Leipzig ist sehr lange sehr unbehelligt gewesen weil die allermeisten Dealer hier wirklich nur mit Gras gedealt haben und nicht eigentlich die ganz harten Drogen verkaufen wollten, wie das sonst so üblich ist.

  • ml (author) said:

    Wenn wenigstens das Homegrowing erlaubt wäre … so ist man halt den Fairnissen des Marktes komplett ausgelieftert. Grade die Leute, die nicht so häufig Drogen nutzen.

    Der Artikel auf heldenstadt.de ist ja auch vielsagend.

  • Looza said:

    Inwiefern vielsagend ?

  • ml (author) said:

    Naja. Zum einen wird dort Konsum zugegeben, was wahrscheinlich problematisch werden könnte, kommt es mal zu einer Verkehrskontrolle oder so. Zum anderen natürlich die Verweise auf die angebliche Anonymität des ganzen bei der Stadt. Da gehe ich doch lieber zu meinem Hausarzt (wenn ich denn gehen müsste).

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