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Leser 2.0 - Eine Diskussion im Zeitalter des Netzes

28 November 2007 65 views 2 Kommentare

trice.de hatte vor ein paar Tagen auf eine Diskussionsrunde im Leipziger Mediencampus hingewiesen, organisiert von Radio Mephisto und hochkarätig besetzt. Es diskutierten Bernd Hilder, Chefredakteur „Leipziger Volkszeitung“, Sebastian Holzapfel, Leiter Online-Redaktion „Frankfurter Rundschau“, und Prof. Dr. Michael Haller, vom Lehrstuhl Journalistik I, Universität Leipzig. Schön, dass sich die Medienstadt mit dem Thema Leser 2.0 dem Top-Thema in der Medienlandschaft zuwendet - oder wie es Bernd Hilder ausgedrückt hat:

“Die Öffentlich-Rechtlichen und die Zeitungen streiten sich ja gerade darum, wem das gehört.”

Ganz klar, das Leipziger (und natürlich nur das) gehört der . Alleine. Und wenn es mal nicht geht, dann muss mensch ebend die Abohotline anrufen. Zynismus beiseite, mit dieser Einstellung wird es natürlich klar: Den ersten Schub des Netzes hat man komplett verschlafen. Kaum dass sich Medienschaffende darauf eingestellt hat, stellt man dann fest, dass sich das schon wieder verändert hat. Während die Kulturindustrie hierzulande noch darüber streitet, was die Einführung desselben eigentlich bedeutet. Als hätte diese Frage irgendeine Bedeutung. Wenn ich mir überlege, welche Konsequenz die Veränderung der Lese- und Mediengewohnheiten besonders bei Jugendlichen hat, sehe ich für die Zukunft der - nach den Diskussionbeiträgen von Hilder - eher schwarz.

Irgendwie umkreisten die drei die ganze Zeit die eigentliche Konsequenz des derzeitigen Wandels der Kommunikationsformen. Die zentrale Frage aus meiner Sicht: Wie können herkömmliche Zeitungsredaktionen (a.k.a. Zeitungen) und ihre Onlineredaktionen interagieren? Papierzeitungen als Luxusprodukt platzieren und via Onlinezeitungen klassischen “Content” (Haller) an Abonemmentskunden vertreiben? Die Antwort darauf lieferte interessanterweise Sebastian Holzapfel: mit regionalem Content, der nicht nur von der “Infoelite” (von der auch die Rede war) gelesen wird, sondern auch lokale Surfer interessiert. Ein praktisches Beispiel: Man frage sich, wie viele der Menschen, die der Diskussion folgten, wohl via dorthin gefunden haben. Ich wette 5, maximal 10.

Aus meiner Sicht wird es irgendwann gar keine Papierzeitung mehr geben (Hilder: “…wenn man mit einer elektronischen Zeitung eine Fliege erschlagen kann”). Eher flexible elektronische Seiten, die frei befüttert werden können (via RSS). Natürlich wird es immer noch Redaktionskollektive geben, immer noch Auswahl, Meinung und Filterung, journalistische Sorgfaltspflicht. Aber eben kaum noch per Papier. Allein schon aus Klimaschutzdingens. Und es wird direkte Kommentarfunktion geben. Via Trackback und Comments. Noch radikaler gedacht: Warum sollte der Nutzende, entsprechend technisch befähigt, überhaupt auf die Idee kommen, journalistische Inhalte zu , wenn er doch auf ein relativ freies Netzwerk von Informationsbeschaffung zugreifen kann, via und dem ganzen anderen Web2.0 Firlefanz. Qualität ist hier, denke ich, entscheidend. Syndikalismus ist das Zauberwort. Syndikate von Journalisten, die eng am “Bedarf” der Nutzenden entlang Meinungen und vertreiben.

Grüße auch an den mensablogger, dessen Diplomarbeit ich rasend gern möchte und der manchmal so herzhaft lachen musste, dass ich mich kaum konzentrieren konnte. Vielleicht gibt es ja demnächst den Radiostream der Sendung von heute irgendwo, dann gibt es hier einen Link. Ebenso linke ich hier auf andere Beiträge.

Comments welcome, ich habe noch einige Notizen :)

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2 Kommentare »

  • MML said:

    Die Diskussion wird am Mittwoch, 5. Dezember 2007, ab 19.00 Uhr auf mephisto 97.6 gesendet. Ein Videostream zur Debatte wird ab dem 6. Dezember 2007 auf der Website des Masterprogramm Medien Leipzig verfügbar sein.

    Schöne Grüße!

  • ml (author) said:

    Danke. Entsprechende Links gibt es hier wenn die Files online sind.

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