Anderer Stern - Wikipedia anzeigen!
Far out in the uncharted backwaters of the unfashionable end of the western spiral arm of the Galaxy lies a small unregarded yellow sun.
Orbiting this at a distance of roughly ninety-two million miles is an utterly insignificant little blue green planet whose ape-descended life forms are so amazingly primitive that they still think digital watches are a pretty neat idea.
Freunde und Mitbewohnende fragen mich immer wieder, ob ich auf einem anderen Stern lebe. Weil ich auf Randgruppenhumor stehe, nehme ich an. Über SQL, Mathe- und Programmierwitze lache. Das Netz, Links und den Pagerank für wichtig erachte. Und weil ich Wikipedia nicht für das Maß der Dinge halte.
Andere machen das. Und so kommen Menschen auf die Idee, die deutsche Wikipedia anzuzeigen: wegen der Verwendung verfassungswidriger Zeichen. Wie kam es wohl dazu. Sitzt da jemand vor seinem Rechner, landet durch Zufall (”… hab da was im Stern gelesen…”) in der Wikipedia und findet beispielsweise den Eintrag zur NSDAP? Und denkt sich dann: “Huch, hier sind ja Hakenkreuze”. Wie sagte Malte vom Spreeblick einstmals in einem anderen Zusammenhang:
1. Das Internet geht auch dann nicht weg, wenn man sich ganz doll die Augen zuhält.
Dumm nur, dass diese Menschen mit dieser Ansicht allein stehen. Nachdem es einiges an Gegenwind gab, wurde die Anzeige zurückgezogen. Dumm nur, das der Planet Germany so etwas wie Offizialdelikte kennt: Anzeigenrücknahme hin oder her, verfolgt wird trotzdem. Geht es doch hier um den leersten deutschen Signifikanten an sich - den Umgang mit den nationalistischer Politik, Faschisten und Nazis.
Wie schreibt Freerk Huisken in einem Text zum Thema Kennzeichen usw.:
Um die Absurdität dieser Vorgehensweise einmal explizit herauszustreichen: Wer eine begründete Kritik an den politischen Grundsätzen des Neofaschismus hat, für den ist es völlig gleichgültig, wie deren Vertreter aussehen, der muss weder ihren gewöhnlichen Phänotypus noch in der Szene gebräuchliche Codes studieren. Der muss weder wissen, dass die Vertreter dieser Grundsätze politisch unter die Kategorie ”neofaschistisch” subsumiert sind, noch muss er über Kenntnisse des historischen Faschismus verfügen, weil er sich nämlich weder an der Präsentation der Repräsentanten dieser Grundsätze, noch an deren Rückgriff auf die NS-Vergangenheit stört, sondern an den in den Grundsätzen zum Ausdruck kommenden politischen Überzeugungen und Programmatiken.
Jetzt gehe ich ja mal davon aus, dass sich Katina Schubert (edit1: stellvertretende Parteivorsitzende Die Linke.) oft und viel mit der sogenannten Programmatik der NPD und anderer Organisationen auseinander gesetzt hat. Das sie durchaus in der Lage ist abzuwägen zwischen weißen Schnürsenkeln, einer 88 und dem, was sich auf den Straßen tatsächlich so abspielt und welche Überzeugungen dem zu Grunde liegen. (Edit2: Nur an der Medienkompetenz in Der Linken. wäre noch zu arbeiten, aber das ist ja nichts neues.)
Bleibt zu hoffen, dass die Kiste nicht noch weitere Kreise zieht als bisher und das sich wenigstens unsere (Partei-)Menschen in Zukunft informieren. Die Links gehen leider nicht mehr weg (was auch sehr zynisch ist, schließlich sind wir doch die Linkspartei *scnr*). Und so reiht sich Katina auf ewig ein zwischen der Bundesjustizministerin und dem Bundeswirtschaftsminister.
Was andere Schreiben:
- Spreeblick
- Mark (hier habe ich es zuerst gelesen)
- Carsten
- Wikipedistik
- 24 Stunden
- Netplanet
- Spon
- Heise.de
- Heiko Hilker (PM hier)
Und, weil ich mich beim lesen dieses Artikels dazu durchgerungen habe, (verspätet) selbst etwas zu schreiben: Indiskretion Ehrensache.
Anything that happens, happens.
Anything that, in happening, causes something else to happen, causes something else to happen.
Anything that, in happening, causes itself to happen again, happens again.
It doesn’t necessarily do it in chronological order, though.
Quellen für die beiden Zitate am Anfang und Ende: Douglas Adams, Hitchhikers Guide through the Galaxy, Mostly Harmles. Beide sind mit Bedacht gewählt!

Ich frage mich aber bei aller Kritik, die den Beitrag durchzieht: Warum nennst Du nicht klar Ross und Reiter? Du wirst lachen, ich habe beim ersten Hören der Ursprungsnachricht “Mal sehen was ML dazu schreibt” gedacht; jetzt sehe ich, wie Du das anpackst und werde das laue Gefühl nicht los, dass Du Dich selbst zensierst.
Sicher: Im letzten Absatz kommt in syntaktisch verschachtelten Aussagen irgendwie zur Sprache, dass es sich wohl um die Linke handeln muss, und dass Du wohl irgendwie dazugehörst - Aber harte Kritik sieht irgendwie anders aus.
Hach,
du hast ja recht. Selbstkritik ist halt leider nicht so einfach - entweder man übertreibt und es sieht schleimig aus. Oder man untertreibt (so wie mir geschehen) und naja. Editorhülf.
Ne, also nix für ungut. Das war ja keine Fundamentalkritik sondern nur meine Schilderung einer leicht enttäuschten Erwartungshaltung. Es ist halt ein ziemlicher Kontrast, wenn man Dich bei der Vorratsdatenspeicherungsdemo als inhaltlich entschiedenen Redner für Die Linke sprechen hört (Wir als Die Linke gegen….!), dann aber im Blog so schwammig formulierte Lala-Kritik vorgesetzt bekommt.
naja, meine kritik geht wohl doch in eine andere richtung: die diskussion über wikipedia ist schlicht egal. im kern geht es um etwas anderes.
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