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10 Gründe für Leipzig - Teil 1

11 Juni 2008 58 views 7 Kommentare
This entry is part 1 of 2 in the series 10 Gründe für Leipzig

Völkerschlachtdenkmal bei Nacht

Ich lebe seit 2002 in . Vorher hatte es mich durch Südsachsen, Ober- und Mittelfrankens getrieben, die meisten deutschen (Groß)Städte habe ich durch meine politische Tätigkeit gesehen. In habe ich mich sofort verliebt. Als ich 1988 als Schüler das erste Mal hier war um Freunde der Familie zu besuchen.

Anfang der neunziger habe ich als Jugendlicher in meiner Heimatstadt erlebt, wie alle damals “coolen” Leute fort gingen, meist nach . Ich hörte wundersame Dinge von besetzten und selbstverwalteten Häusern, von Punks und Skinheads. Vom sowieso, ich sah das alte Zentralstadion im , später das neue in Real. Länger hier war ich um 1999 auf dem Bundesjugendtreffen der PDS, damals in den ehemaligen Räumen der Universität .

Ich lebe seit 2002 in . Nach der verlorenen Bundestagswahl kam ich hierher, ein neuer Anfang. Die Liebe zur Stadt war die Basis, die Liebe zur Frau der Überbau. Zeit für eine kleine Rückschau und 10 Gründe, in hier zu leben.

10 Auwald, , Seenlandschaft

Man kommt ja in viele Städte mit der Zeit. Zugebaute, in denen die Häuser mehr oder weniger direkt an Flüßen und Bächen stehen. Wenn diese Flächen nicht bebaut, dann bestenfalls in Parkanlagen umgewandelt. Dresden oder Berlin. In hingegen zieht sich von Süd nach Nord ein mehr oder weniger erhaltener Auwald mit all seinen Schönheiten. Im Süden der Stadt gibt es Reservate für Nutrias und Eisvögel. Diesen Wald durchfahre ich auf dem Weg zur . Jeden Tag. In den ehemaligen Tagebauen weiter südlich entsteht eine Seenlandschaft, schon jetzt sind rund um einige dieser Seen erreichbar.

09 Leipziger Schrulligkeiten

Die Leipziger Flußlandschaft ist über mehrere Kanäle miteinander verbunden, die in den letzten Jahren wieder freigelegt wurden. hat auch einen Hafen. Zu den Besonderheiten Leipzigs gehört, das dieser Hafen (derzeit) keinerlei Verbindung mit den Schiffahrstraßen hat, die zur Ost- oder Nordsee führen. In diesem Hafen hat noch nie ein größere Schiff geankert, er ist mittlerweile zu einem wunderschönen Naturreservat verkommen geworden. Derer Beispiele sind mehrere zu nennen. Hier soll alles immer irgendwie am Besten gemacht werden, und manches bleibt halt auf halber Strecke liegen. Zwar kann das schlecht generalisiert werden, aber manchmal kommt es mir so vor als seien Menschen, die hier lange leben etwas schrullig werden. Schrullig und sehr kommunikativ. Irgendwie.

08 Größenwahn

Der Hafen ohne Meeresanschluss und der heutige Karl-Heine-Kanal zeugen unter anderem vom industriellen Aufbruch Leipzigs in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Sie sind aber auch Zeugen des Größenwahns, der Leipziger manchmal zu erfassen scheint. Ein weiteres Beispiel? In der Stadt wird ein Tunnel gebaut um den Hauptbahnhof mit dem Bayerischen Bahnhof zu verbinden. “Das wichtigste Teilstück des S-Bahn Netzes Mittelsachens.” Auch ein altes Projekt. Viel Geld, für einige nur Peanuts wurde und wird in der Stadt verbaut. Gefühlt war das schon immer so. Unter den Kapitänen der Weißen-Elster Schifffahrt geht die Mär, während der letzten DDR-Jahre hätte die Stadtführung während der Messe Fichtenwasser versprüht hätte, um den Geruch in der Stadt zu überdecken.

Und welche andere Stadt mit einem WM-Stadion kann schon von sich behaupten, mit zwei Amateurvereinen in der fünften vierten und fünften Liga herum zu kicken.

07 Messestadt

Wie kommt es dazu? war schon immer eine irgendwie wichtige Stadt. An einer wichtigen Verkehrskreuzung des Heiligen Römischen Reiches gelegen, Standort einer wichtigen Universität, Industriestadt, Verkehrskreuz. Seit dem Mittelalter ist Messestadt, was sich nochmal in Bekanntheit und Bedeutungsgrad niederschlug. Noch immer finden wichtige Messen statt. Aber auch hier ist neben dem Licht auch Schatten, diesmal der Größenwahn der anderen: zu wenig Luxusbetten, hieß es.

06 Ost

Der Status als Messestadt hat sich in die Stadtgeschichte und in die Architektur eingefrässt, Handel und Verkehr angezogen. Gekoppelt mit der Universtität sorgte dies schon früh dafür, das zu einem intellektuellen Zentrum im früheren wurde. Kein Wunder, dass sich in mehrere große Verlage samt Druckereien sowie andere Industrien ansiedeln. Kein Wunder, daß hier unbedingt Hafen, Bürgerhäuser und U-Bahn entstehen sollen. Kein Wunder auch, dass sich Gentrifizierung und Verstädterung, Szeneviertel und Altenviertel wie wabernde Wolken über Stadtteile legen, wieder verschwinden und erneut auftauchen. Die über die Jahre wechselnden hippen Teile der Stadt verändern ständig das Bild, von verfallenen Gebäuden in den alten Wohnvierteln im Osten, beräumten Wagenplätzen mit Einfamilienhäusern im Süden bis in die Sanierungsgebiete des Westens. Angekommen bin ich 2003 in Ost, Reudnitz und Anger-Crottendorf. Der Charme der alten Arbeiterwohnungen dort, durchmischt mit Bürgerhäusern - bietet einen schönen Einstieg: jeder Neu-Leipziger sollte einmal dort gewohnt haben um zu verstehen, warum es in anderen Stadtteilen temporär zwar “cooler” sein kann, aber auf Dauer auch dort der Chique nachlässt.

Teil 2 mit den Top5 kommt demnächst. Das hier liegt schon zu lang in der Pipeline um es länger vorzuenthalten.

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7 Kommentare »

  • Analyze said:

    Ich will nach Hause :( Eine schöne Liebeserklärung!

  • Analyze said:

    Da bekommt man Heimweh :( Eine schöne Liebeserklärung - da freu ich mich schon wieder auf den Besuch am Wochenende. Ich bin gespannt auf deine Top 5!

  • Analyze said:

    Ich will nach Hause :( Da bekommt man ja Heimweh - oder auch Vorfreude auf den anstehenden Leipzigbesuch am Wochenende! Ich bin sehr gespannt auf deine Top5!

  • ml (author) said:

    Ich auch. Mir fehlt nur noch der Zwischentext, ich weiß es schon, sozusagen :) Stay curious.

  • le.x said:

    Sehr schön, endlich nimmt sich einer mal die Zeit die Gründe zu verschriftlichen die man von allen Seiten hört, warum denn Leipzig sooo lebenswert ist. Aus meiner Erfahrung kann ich dem nur beipflichten und a

  • le.x said:

    …ls Urleipziger bin ich zwar absolut voreingenommen aber das ist einfach so wie es ist. Wie war das doch letztens erst als ich gelesen habe, Leipzig wäre an ca. 40igster Stelle der beliebtesten Städte der Welt? Verdammt korrekt! Nur zu, lass uns deine anderen Gründe auch wissen.

  • Analyze said:

    Mir fehlt noch die unvergleichliche Theaterszene in der Liste ;)

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