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Ein Hafen? Ein Hafen!

20 Juni 2008 94 views 2 Kommentare

Neulich erst hatte ich es vom Leipziger Größenwahn, schon deutet sich ein weiteres Beispiel an: Seit Jahren schon wird ja der Elstermühlgraben wieder eröffnet, er war eingeröhrt. Oft wurde im Zuge dessen und mit der Entwicklung der Seen in den ehemaligen Braunkohletagebauen im Südraum  von einer Mitteldeutschen Fluß- und Seenlandschaft fabuliert, besonders hervor tut sich die LVZ mit Ihrer Begeisterung.

Alter Hafen Leipzig, Bild von LeipzigPictureGestern durfte ausgerechnet der Leipziger Bürgermeister und Beigeordneter für Umwelt, Ordnung, Sport, Heiko Rosenthal (Die Linke.) via verkünden, dass neben der Wiedereröffnung des Mühlgrabens Richtung Westplatz und dem Durchstich des Karl-Heine-Kanals zum Leipziger Hafen ein weiteres Teilprojektes an geschoben werden könnte, ein Innenstadthafen. Ihr habt Richtig gehört: ein Hafen in der Innenstadt. Kosten dafür: voraussichtlich 3,9 Millionen €, bei 60%er Förderung durch das Land Sachsen wären das immer noch1,56 Millionen, die im Haushalt für Umweltschutz eingestellt wurden. Ausgerechnet: als würde die Schiffbarmachung der Leipziger Gewässer und Auwälder nicht eher angreifen. Und für das Naturidyll am Lindenauer Hafen - der seit 100 Jahren ungenutzt herum oxidiert - sehe ich auch eher schwarz. Der Durchstich kommt, es wird ein vollwertiger (Touristen)hafen werden, dort wird ausgebaggert werden (müssen) - und das Areal wird entsprechend erschlossen werden. Ade Sommerabende in lauschiger Stille, unterbrochen von quakenden Fröschen.

Das Pikante dabei ist, dass die Stadt bei der grundlegenden Planung darauf gebaut hatte, dass es einen privaten Investor mit dem Interesse am Bau des Hafens (7000qm) geben könnte. Da dies offenbar nicht so ist wird jetzt versucht, das Projekt mit einer städtischen Initiative zu fördern. Hier kann man sich von den planerischen Träumen an dieser Stelle überzeugen: Grüne Bänder/ Blaue Bänder. Im Rahmen dieser Aufbesserung innerstädtischer Areale wurde auch ein spezielles Leipzigboot entwickelt, welches auf den recht flachen Kanälen dann auch fahren kann. Blöd ist jetzt irgendwie, dass dies Boot nicht in den Hafen einfahren kann. Weswegen im Einfahrtsbereich ein Steg gebaut werden soll, als Anlegeplatz. Sozusagen ein Hafen vor dem Hafen. Dieser Steg wird, so heißt es in der , bereits gebaut.

Im zeitgleich erschienen Standpunkt von Jens Rometsch heißt es mit einer “alten” Managerweisheit, Stärken seien zu Stärken. Wenn es um solche Nullweisheiten geht, hätte ich auch eine parat: Wenn Du merkst, dass Du auf einem toten Pferd sitzt, dann steig ab. Ein zweiter Hafen ist ein sehr totes Pferd. Wenn schon der Anschluss des ersten mehr als hundert Jahre dauert.

Entsprechende Beschlüsse sollen in der nächsten Woche im Stadtrat gefasst werden.

(Bildquelle: www.-picture.com)

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2 Kommentare »

  • Analyze said:

    Da war ich erst einmal.. Eisessen :) Und es war wirklich wunderschön. Allerdings bin ich wahrscheinlich zu kapitalistisch, aber ich fänds schön, wenn aus dem Hafen mal wieder was gemacht wird..

  • ml (author) said:

    Ist es das denn nicht schon? Liegt er nicht so, wie er (der Hafen) ist, schön vor uns, eine aufgelassene Industriebrache und Mahnmal für die Schwindsucht großer Gedanken?

    Und, naja: kapitalistisch. Wenn jemand eine Idee gehabt hätte, mit Hilfe dieses Hafens (und Arbeit, versteht sich) Mehrwert zu schaffen, objet a, dann hätt er das getan.

    Statt dessen bekommen wir jetzt zwei :)

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