Leben in zwei Geschwindigkeiten
Ich lebe in zwei Welten.
Wie viele Leben leben wir?
Wie viele Tode sterben wir?
Da ist zum einen mein Leben in Leipzig. Abwechslungsreich, schnell. Meist im Netz, online. Mit immer neuen Leuten. Immer neuen Entwicklungen. Viel Noise. Manchmal fühle ich mich davon überfordert, meist jedoch mitgerissen vom Strudel. Vielleicht kennt Ihr das aus modernen “Spaßbädern”: dort gibt es meist so einen Strömungskanal. Das Wasser reißt dich mit, es macht Spaß. Am Ende jedoch frage man sich, was daran jetzt so lustig war. Beim nächsten Mal macht man dann trotzdem wieder mit.
Die andere Welt ist meine alte Heimat, das Gegenteil. Die Zeit dort läuft etwas langsamer, alles ist ruhiger und langsamer. Eher ein Ausruhbecken in der Sauna, bliebe man beim Spaßbadvergleich. Meist fühle ich mich dort gelangweilt, unterfordert. Sicher, die Ruhe gibt Kraft, die Kraft gibt Zeit. Aber ähnlich dem Ausruhbecken vergeht der Spaß schnell und wird Langeweile, man sehnt sich zurück nach der warmen Sauna und dem schwitzigen Gefühl innerer Anstrengung.
Dort fahr ich heute hin. Auf dem Weg werde ich lesen, so wie ich das immer tue. Meist bin ich voller Ideen und Gedanken, wenn ich ankomme. Teilen kann ich das mit niemandem. Und so bleibt es wie ein Meer in mir, ein Meer in dem nichts lebt und schwimmt.
Schlagwort: Leben, Leipzig, Plauen, Selbstreferenzielles
ich kenne das. ich pendle auch zwischen großstadt und kleinem heimatort und bin auch jedes mal irgendwie verwundert…
Mit “21 Gramm” beginnen und “Das Meer in mir” enden.. was für ein schöner Eintrag! Ich wünsche dir eine wunderschöne ruhige Zeit, manchmal würde ich mir wünschen, ich hätte auch so ein Auszeit-Plätzchen… gerade ist es hier überall stressig: In WR und LE.
Was leider nicht so ganz, hast du ja wahrscheinlich gemerkt. Grad bin ich aber wieder runter gekommen und konnte das aftermath genießen, von daher. die ruhe ist tatsächlich trügerisch, leider.
der geruch gehört da für mich fix dazu (= eine wunderbare sinnesbereicherung
Der Geruch meiner Heimat? Wald, viel Wald. Dazwischen eine Industriestadt. In der Straße, in der ich aufwuchs, steht heute noch eine Brauerei. Mein Geruch ist also Gerste, Malz und Hopfen
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