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10 Gründe für Leipzig - Teil 2

27 Juni 2008 196 views 2 Kommentare
This entry is part 2 of 2 in the series 10 Gründe für Leipzig

Weiter geht es mit meinen Gründen, in zu leben. Ich habe das ganze in eine Serie umgewandelt, damit die Navigation einfach bleibt.

05 Kultur, Theater, Oper

Kulturell ist ein Name für sich. Mit einer Oper, einem Theater, dem Gewandhaus und einer musikalischen Komödie ist was Hochkultur angeht ganz hervoragend ausgestattet. Schade nur, dass ich immer mehr den Eindruck bekomme, das die freie Kultur links liegen gelassen wird, warum auch immer. Ca. 80% des städtischen Kulturhaushaltes fließen den oben genannten Einrichtungen zu, während die vielen unabhängigen Kulturträger am Hungertuch nagen. Dabei findet sich dort manchmal auch die eine oder andere Perle, Theater und Film in der Schaubühne Lindenfels zum Beispiel.

04 Clemens Meyer

Wie viele Menschen, Schreiberlinge und Autoren, Schriftsteller und Journalisten in lebten und studierten weiß Gott allein. Einige sind berühmt geworden, andere haben Meilensteine vollbracht, wieder andere sind in der ewigen Versenkung der Zeit verschwunden. Goethe, Schiller, Juli Zeh.

Was Wunder, dass ausgerechnet in eines der beiden Deutschen Institute für Literatur beheimatet ist, welches es immer mal wieder schafft, gute neue Schriftsteller rauszuhauen. Wie Clemens Meyer. Wenn ich mir vorstelle, wie irgendwo im Leipziger Osten ein Mensch wohnt, der zwischen all dem vergangenem dort das Neue findet und erfindet - dann wird mir warm ums Herz.

03 Bach, Mendelsohn, Schubert, Wege

Wo Universität und Kirche so eng verbunden waren wie in , ist es erwartbar, dass Kirchenmusik entsteht die auch heute noch wie neu klingt. Bach als Stichwort. Das jährliche Bachfest lockt zehntausende Touristen Musikliebhaber in die stadt. Der Thomanerchor ist weltbekannt. Mendelsohn-Bartholdy, Bachs Wiederentdecker, wirkte hier. Dessen Musik hat mich schon als Kind begeistert, ebenso die von Franz Schubert; dessen tragische Lebens- und Liebesgeschichte (Clara Wieck, you know) sich ebenhier abspielte.

dürfte auch die einzige Stadt gewesen sein, in der in der DDR für die Möglichkeit demonstriert wurde, Musik (in dem Fall “Beatmusik”) zu publizieren und zu hören. Heute gehört das Wave-Gothic Treffen zu den festen Terminen im Leipziger Veranstaltungskalender. Dessen beste Aufführung fand einmal (das Jahr fällt mir grad nicht ein, 2003 vielleicht) zeitgleich mit dem Deutschen Turnertreffen statt, die Stadt war voll von schwarzgewandeten Partygehenden und weißgewandeten Turnenden.

02 Universität

Vieles hängt in mit der Universität zusammen. Gegründet 1409 - und damit die zweitälteste in der BRD - erlebte sie Zerstörung, Aufbau, erneute Zerstörung und so weiter. Derzeit (2008) wird das Gebäude in der Innenstadt komplett erneuert, inklusive des Wiederaufbaus der in den sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts zerstörten Universitätskirche. Wie eng der durchschnittliche Leipziger mit dem Geschehen an der Uni verbandelt ist, zeigt sich an den heftigen Diskussionen um eben diesen Wiederaufbau und aktuell um den Verbleib der Marx Skulptur, welche den Eingang der Karl-Marx-Universität (so hieß die Universität zu DDR-Zeiten) zierte. Wahrscheinlich wird es irgendwo wieder aufgestellt. Größenwahn gehört natürlich auch hier zum Programm. Neben dem innerstädtisch gelegenen Hauptcampus gibt es verschiedene Fakultäten, die sich über die ganze Stadt verteilen.

01 Stadt der Konterrevolution

Lange habe ich überlegt, was der Hauptgrund dafür ist, in zu leben. 9 habe ich genannt, und ich will keinesfalls, dass der Eindruck entsteht, ich lebte hier wegen eines politischen Grundes. Aber ich muss gestehen: meine Analyse der Stadt und seiner Menschen führt mich zu der Überzeugung, dass auf dem Leipziger Boden immer wieder geschichtliche Alternativen entstehen, das sich ausgerechnet hier die Wege der Skelette der Geschichte und die Eulen der Minerva immer wieder kreuzen.

Zwei Beispiele? Da wäre zum einen das Ende des napoleanischen Zeitalters in Europa (Völkerschlacht 1813) und die friedlichen Demonstrationen 1989, mit denen der kommunistische Versuch in Mitteleuropa endete. Sicher, beides hätte auch in anderen Städten stattfinden können (eine zur friedlichen Revolution passende Protestbewegung und erste Demonstrationen bereits am 6. Oktober gab es unter anderem in meiner Heimatstadt, ), passiert ist es aber hier. Als sei ein Rhyzom, dass alles anzieht.

Ich freue mich auf die nächsten 5 Jahre, mal sehen, wohin es mich verschlägt. Bleiben würde ich gern.

Der (sprachlichen) Abstammung nach bin ich Franke, ein freier Mensch im Kopf und Leipziger im Herzen. Und dies könnte angesichts des wunderschönen Frühlings Sommers gerade überlaufen. Ihr so? Nehmt es als Stöckchen für eure 10 Gründe, in eurer Heimatstadt zu leben. Wer immer das möchte.

(Bildquelle: http://flickr.com/people/stuckincustoms/)

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2 Kommentare »

  • Analyze said:

    Eine sehr schöne zweite Liste! Mir liegt 05 besonders am Herzen, aber es gibt noch sooo viele andere Dinge… Wenn die Prüfungszeit vorbei ist und ich für sowas wieder den Kopf frei habe, werde ich die Stöckchenidee aufgreifen ;)

  • ml (author) said:

    Danke für das Lob.

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