FAS, 27.06.08 - Frauen und Fußball und ein bisschen Israel (EM-Content IX)
Bevor Paco vom Umblätterer sich die heutige FAS wieder vom Londoner Wind klauen lässt, möchte ich heute seinen Part übernehmen und zwei Artikel aus der Ausgabe hervorheben, die wirklich bedenkens- und lesenswert sind. Dies im übrigen, weil sie mehr mit Fußball als mit dem Feulletion an sich zu tun haben.
Da wäre zum einen der heutige Aufmacher zur Frage, warum Frauen die EM entscheiden, von Michael Althen:
“… weil Fußball damals ein Sport war, aus dem Frauen konsequent ausgeschlossen wurden. Sei es durch die gebetsmühlenartigen Witze, wonach die stets emotional bedürftige Mutti sich immer vergeblich an Vati abarbeitet, der im Unterhemd biertrinkend vor der Sportschau sitzt, sei es durch die ständige Betonung der ach so komplizierten Abseitsregel, die von der Männerwelt stets wie eine Monstranz vor sich hergetragen wurde, um jede, die nicht selben Glaubens sind, von vornherein von dem Spiel auszuschließen. (…) Mit der doofen Abseitsregel haben es die Männer nahezu ein Jahrhundert lang verstanden, den Frauen den Zugang zu ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung zu verwehren.”
Dabei ist es auch heute noch so, dass sich männliche Schiedsrichter weigern, Spiele von Frauenteams zu pfeifen, dass weibliche Schiedsrichter in Stadien aufs Übelste beleidigt werden (Uschi ist kein Kosename), und dass auch bei Frauenfußball-Nationalauswahlen von “Frauenmannschaften” gesprochen wird.
Fast noch besser, weil es mit meiner Argumentation für die Teilnahme der Medinat Jisra’el (der Auswahlwahl des Fußballverbandes Israels, die treffenderweise auch so heißt: Staat Israel) an der EM 2012 in Polen und der Ukraine übereinstimmt, sind die heutigen moralischen Geschichten von Maxim Biller unter dem Titel “Löw”:
“Sekunden vorher hatte Eyal Bimsstein von Haoel Hebron das eins zu null für die Israelis geschossen. Und das kam so: Sein bester Freund Gai Kackwurstowicz von Makkabi Golan Height hatte sich an die Mittellinie gestellt und gerufen: “Wer von euch Jungs will umsons nach Polen, ohne Knarre und Uniform, und uach nicht morgens um Viertel vor Sechs? Polen dürfen sich übrigens auch melden und mitplündern.”
Im fiktiven EM-Finale spielt die Mannschaft gegen die DFB-Auswahl, selbstverständlich. Dass die Auswahl der IFA ausgerechnet gegen diese die höchste Niederlage einfuhr (7:1), ist dann doch nur ein kleiner Sidekick der Geschichte. Ob diese Auswahl dann an der Endrunde 2012 teilnehmen wird, steht in den Sternen. Die Ausweitung des Teilnehmerfeldes auf 24 (jajaja!) spricht dafür, immerhin haben sie dieses Mal die Qualifikation nur knapp verpasst.
(Werbeblock)
Also: Losgehen und die FAS kaufen. Auch für Leute, die sonst nix mit Fußball zu tun haben oder die FAS nicht lesen wollen. Und wenn 2012 Medinat Jisra’el Teil der Teams der EM sein werden, mache ich mir auch eine Fahne ans Auto Fahrrad. Eine israelische natürlich.
Das Titelfoto zeigt eine Anemone, aufgenommen in Hazafon. Bildquelle.
Schlagwort: #EM08, Frauen, Fußball, Israel, Maxim Biller





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