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Mutterland

11 Juli 2008 42 views 2 Kommentare

LangbelichtetWährend ich mich gerade hier durch das große Onlinearchiv mit russischen und sowjetischen Plakaten klicke fällt mir auf, dass immer wieder für die Verteidigung des Mutterlandes propagandiert wird, so zum Beispiel Plakaten von 1941 (Fashism — an envy enemy of women! Let’s struggle against fashism!) und  1943 (For the Motherland!). Das alles, während und vor allem “Mütter” auf der anderen Seite der Front eine andere Bedeutung hatten und das eher für das Vaterland gekämpft wurde.

Ein ähnliches Phänomen ist in den Filmen “Die Lebenden und die Toten” sowie “Man wird nicht als Soldat geboren” auffällig. Auch hier wird immer wieder das Mutterland adressiert. Man (tatsächlich Mann und Frau, zumindest in Partisaneneinheiten und im Sanitätswesen) kämpft gemeinsam. Und immer wieder richten die Hauptfiguren ihr Rede an die gebliebenen in den Fabriken, berichten und fordern ein. Das lässt sich sicherlich auch in den anderen Filmen über diese Zeit nachvollziehen. Oder auf den Plakaten, wie hier von 1941: We’ll take your place!

Natürlich gibt es auch eine Kehrseite, die aber propagandistisch ausgenutzt wird: die werden mit den Verbrechen der Deutschen Wehrmacht konfrontiert, im Falle des zweiten Filmes mit einer Episode über Misshandlungen an Kriegsgefangenen . Eine Situation, die die Sanitäterinen ohne männliche Hilfe meistern muss. Und das natürlich auch schafft. In die Produktion waren sie nach 20 Jahren Sowjetzeit bereits eingebunden (Mastering the machinery, be in the first ranks of the builders of the communism), auch wenn dies natürlich noch verstärkt wurde. Aber auch dies geht in Propagandafilmen immer mit Leichtigkeit.

Propaganda, wie gesagt: mehr Plakate.

Einen interessanten Seitenaspekt ist wohl, dass es für die Länder des Nahen Ostens zu den  schlimmeren Vorstellungen gehören dürfte, dass ausgerechnet in der israelischen Armee ganz normal ihren Dienst tun müssen. Nun ist eine Armee wahrlich kein Ort der Gleichheit und  Gender-Diskurs, und meiner Meinung nach ist schon das Konzept Armee und Wehrpflicht an sich schon kritisch zu hinterfragen.

in der israelischen Armee werden so anderem sowohl mit den homophoben Grundzügen einer Armee in einer durchmilitarisierten Gesellschaft konfrontiert als auch - auf belletristischer Ebene - mit Vergewaltigung und Mobbing.

Es würde mich mal interessieren, wie dies in der Bundeswehr empfinden. Und natürlich auch, wie die Wahrheit hinter der sowjetischen Propaganda aussah. Entsprechende Links in den Kommentaren lese ich. Da dies hier kitzlige Themen anschneidet behalte ich mir aber vor, diese zu administrieren :)

(Bildquelle: Flickr Author BURИBLUE )

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2 Kommentare »

  • Ostap Bender said:

    “homophobe Grundzügen einer Armee in einer durchmilitarisierte Gesellschaft” Soso. Ausgerechnet der Ostschler kennt sich ja so gut damit aus. Waren doch die Top-Themen der Vergagenheitsbewältigung der Ex-DDRle. Ja, wer weiß denn mehr über Israel Bescheid als der Osstli?

  • ml (author) said:

    Das weiß ich nicht. Aber auch die NVA war homophob strukturiert, wahrscheinlich mehr noch als die Israels. Im übrigen ist es ein Trugschluss von meinem Wohnort auf meine Herkunft zu schließen. Ceterum censeo …

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