Aus einem Facebook-Kommentar, der nicht verloren gehen soll:

Es ist doch deutlich radikaler, die Position des Antinationalisten total einzunehmen als sie nur umzukehren und auf eine bestimmte Nation zu projezieren. Oder: was ist jetzt an der englischen, französischen oder, mit Verlaub, israelischen Nationalidentitätseuphorie besser als an der deutschen, Geschichte hin oder her.
Für mich hat Fußball nichts mit Nationalismus zu tun. Die einzige Kritik, die geübt werden muss ist die an den homophoben Zuständen in den Teams, am versteckten Rassismus der Spieler, Verantwortlichen, Kommentatoren, an faschistischen Umtrieben der sogenannten Fans.
Dort noch den Schleier der Nation („wir“) draufzulegen ist genau der Fehler, den der fahnentragende Prolet macht – egal welche Fahne er gerade schwenkt. Gerade dieser Schleier ist es, der die ganzen sogenannten Fans wegschauen lässt von den Übeln der Welt, denn „wir“ oder „die“ haben ja gewonnen. Am Ende scheint es – der Presse nach – nur darum zu gehen, welche der beiden Regierungen ihr Sparpaket einfacher umsetzen kann, die britische oder die deutsche.
Was den spezifisch-deutschen Nationalismus angeht, gebe ich dir recht, dieser ist im hier besonders zu bekämpfen. Allerdings glaube ich nicht mehr, das er sich von einem spezifisch englischen, französischen oder italienischen Rassismus unterscheidet, im Gegenteil. Und das führt mich zu dem Urteil, das _jeder_ Nationalismus ein falscher Ansatz ist, deswegen verbitte ich mir bei Fußballschauen jeden Nationalbezug, schwarz-rot-gold, rot-weiß oder rot-weiß-blau – egal. Nationalismus stinkt in jedem Land.
Anders:
Jede, die sich hinstellt und sagt, es ginge wir gegen die, die oder die, „wir“ mögen doch bitteschön gewinnen, begeht doch schon den Fehler, eine spezifische Nation zu überhöhen.
Wir reden nochmal in 4 jahren, wenn sich hoffentlich Israel für die WM qualifiziert. Bis dahin merken: nicht jede These ist eine Antithese.

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