Badewanne sind eine Spitzensache. Die ganze Woche wartet und sehnt man sich danach, endlich in eine mit warmen Wasser und Blubberzeugs und Schaum gefüllte zu sinken, alles von sich abfallen zu lassen und einfach nur im warmen Wasser zu treiben. Augen zu. In einem guten Vollbad möchte man liegen bleiben bis es gar nicht mehr anders geht, bis die Haut verschrumpelt ist.

Eine warme Dusche ist nur ein Ersatz für dieses wohlige Gefühl, sie wird aber trotzdem gern genutzt um es wenigstens kurz zu haben. Wie ein billiges, schnelles Vergnügen, schal nach fünf Minuten, nur eine Vorstellung von dem Treiben lassen in der Wanne, in der man gerade steht mit Blick auf einen öden Duschvorhang aus dem Baumarkt der sonst beschämt versteckt würde. Man steigt schnell heraus, sucht beschämt nach einem Handtuch und Creme, sauber zwar, aber ohne das entspannende Gefühl der Nacktheit, das sich nur im Warmen so richtig einstellt.

Manche Menschen haben nur eine Dusche oder noch nicht mal das, die sind dann möglicherweise neidisch auf die Menschen mit Badewanne. Oder Dusche. Oder beides. Manche Menschen haben Dusche und Badewanne und können einfach beides haben, je nach Lust und Laune.

Leider wird das Wasser beim Wannenbad schnell kalt, die Liegelage unbequem, man beginnt von der hohen Luftfeuchtigkeit getrieben zu schwitzen, die Kopfhaut kribbelt und der Waschlappen im Gesicht macht die Lage auch nicht besser. Dann will man lieber duschen. Oder nur schnell raus. Und nur die Angst vorm kalten draußen hällt einen zurück. Noch einmal, zweimal lässt man warmes Wasser nach, verlängert den Moment. Bis das ganze Bad warm ist, die Kälte verdampft.

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