Zum ersten Mal richtig nass geworden bin ich um 13:32 Uhr, direkt hinter der ersten Kurve nach dem Start. Da ging es gleich richtig in den Markkleeberger See. Schwimmen. Alles nass.

Dann durch die Heidelandschaft am See entlang.

Hinter einem Berg, an dem sich der Verkehr erstmals staute, gleich die nächste Stelle, knietief nur, aber durch die schon zweitausendmalige Benutzung schwammig, schlammig und aufgeweicht. Die Füße ein einziger Klumpen Schlamm.

Danach ein langgezogenes Runter und Hoch, über Heu, kriechen im Heu, kriechen im Schlamm, alles stinkt für eine Weile, aber es endet wieder an einem Wasserloch. Hüfttief.

Ein großes Stück Laufzeit, bis zur Autobahn, drunter hindurch, wieder Wasser: dieses Mal ermöglichen es schwimmende Holztüren über das Wasser zu gehen. Gut, nicht alle Türen halten, wiederum nass, in Brusthöhe diesmal. Der Schlammgestank ist wieder weg, endgültig.

Auf der anderen Seite zurück und durch Reifen hindurch, immer schön auf die Schuhe des Läufer vor mir gucken. Bergab, Bergan, Getränkestelle, nebenan Verkündung von einlaufenden und Ergebnissen. Die Braut die sich traut, widerlich. Wasser, knietief, Treppe. Treppe? Treppe!

 

Und dann ein letztes Mal richtig nass werden, die Rutsche mit Karacho runter, rein ins Wasserloch, schon wieder komplett, aber dafür das letzte Mal richtig nass, danach traf es nur die Schuhe noch einmal.

Auf den letzten 500 Metern irgendwie schon auf das nächste Mal freuen.

(Geschrieben bei der einzig annehmbaren Wassertemperatur, 35 Grad, in der Badewanne danach.)

Update: Fotos aus dem Gesichterbuch. Und die Ergebnisse. Und ein Streckenvideo.

Richard Stallmann hat davor gewarnt:

The ebook companies say denying our traditional freedoms is necessary to continue to pay authors. The current copyright system supports those companies handsomely, and most authors badly. We can support authors better in other ways that don’t require curtailing our freedom, and even legalize sharing.

Er spricht natürlich hauptsächlich von Amazon, aber auch andere Anbieter haben restriktive Nutzungsregeln und ich habe bisher keine Möglichkeit gefunden, diese zumindest auszuhebeln.

Ich nutze ein elektronisches Lesegerät mit Android installiert – und habe darauf neben der androideigenen Buch-App auch noch einen externen Reader – und Amazons Kindle-App.

Heilloses Durcheinander, drei verschiedene Wirkweisen… alles Mist.

Schlimmer wird das ganze nur, wenn man sich den Ebookmarkt in Deutschland anschaut. Ein Beispiel?

Inspiriert durch diesen Artikel von Adam Kirsch in „The new republic“ und durch meine Frankl-Lektüre wollte ich tiefer in das Thema einsteigen, und zwei der erwähnten Bücher lesen, „Capesius, der Auschwitzapotheker“ und „Das stille Sterben“ von Dieter Schlesak und Konrad Jarausch. Lieber in deutsch. Der Review ist, in Englisch, anlässlich einer erneuten Übersetzung beider Bücher erschienen. Die beiden Bücher sind 2006 (Schlesak) und 2008 (Jarausch) auf Deutsch erschienen.

Allerdings ist die Situation für ebooks in Deutschland wohl noch eher trist: ich hätte in beiden Fällen den Verlag informieren können, das ich das Buch gern als ebook hätte. Das war es.

In englischer Sprache sind beide Bücher verfügbar. Aber wo eine Novelle wie Schlesaks Buch noch lesbar und verständlich ist, sind Feldpostbriefe wie die Jarauschs eben doch – zumindest gefühlt – am besten in deutscher Sprache zu verstehen. Gern hätte ich beide Bücher gelesen und einen deutschen Verlag unterstützt. So wird das allerdings nicht.

Eine kleine Nebenbemerkung sei mir auch noch erlaubt: „The druggist of Auschwitz“ kostet bei Amazon zum Download 8,78 €, die gebundene (englische) Ausgabe 21,99 €. Die deutsche Ausgabe kostet 29,99 €. „Reluctant Accomplice“ schlägt im (englischen) Download mit 21,63 € zu Buche, die gebundene englische Ausgabe kostet 30,99 €, die gebundene deutsche 15,90 €.

Das soll ein Konsument verstehen. Da soll selbiger eine Entscheidung treffen. Ohne die nette Beratung im Buchladen, die einem diese Preis-Kakophonie erklären könnte.

PS: über Philip Roth’s „The plot against america“ möchte ich nichts sagen. Da es das dritte Buch aus dem Artikel war, habe ich es ohne groß zu schauen … im Internet gefunden.

Ich hoffe das Internet gibt uns bald bessere Möglichkeiten, ebooks zu verbreiten, möglichst so wie Stallmann das vorschlägt: ohne DRM, weitestgehend anonym, teilbar – und mit der Möglichkeit, die Autoren direkt zu unterstützen.

Erst las dich dies:

Die geteilte Erfahrung der ArbeiterInnen in der industriellen Produktion, und die daraus erwachsende solidarische Ausrichtung, ist in den letzten Jahrzehnten schwächer geworden. Das hat mit dem relativen Bedeutungsverlust der industriellen Produktion zu tun, es ist eine Folge der neo-liberalen Politik, die bewusst Momente und Instrumente der gelebten Solidarität zerstörte, aber ist aber auch eine Konsequenz aus einem tief-greifenden gesellschaftlichen Wandel, den man ganz allgemein als „Individualisierung“ bezeichnen kann. Ich werde darauf noch zurück kommen. (http://netzfueralle.blog.rosalux.de/2012/09/15/felix-stalder-digitale-solidaritat-keynote/).

Individualisierung. Hm.

Dann dies:

At these levels there is almost no profit margin left in the hardware business. A $45 tablet is cheap enough to be an impulse purchase at the check-out line in Best Buy. A $45 price puts tablets within reach of a whole host of other activities not traditionally associated with computers. Tablets could be used by waiters in restaurants. By mechanics in auto body shops. By every nurse in a hospital. By pretty much any category of work that today needs a computer but where PCs are too expensive to be deployed. These are also devices built entirely for commercial reasons, no government backing, no academic sponsor, no proof-of-concept. (http://venturebeat.com/2012/09/15/hardware-is-dead/)

Billige Tablets schwemmen in die Welt.

Zusätzlich beschäftigt mich gerade dieses Buch von Jody Ranck: Connected Health: How Mobile Phones, Cloud and Big Data Will Reinvent Healthcare

Jetzt denke ich über die Implikationen des Ersten Punktes (Individualisierung) in Zusammenwirkung mit dem Zweiten Punkt (ubiquitäre Mobilgeräte) auf die von Ranck beschriebenen Szenarien bezüglich Medizin- und Gesundheitspolitik nach. Schönen Nachmittag!

Wo aber die ekelhaften Zutaten typisch mittelalterlicher Zustände (…) ins rebellische Programm eingekocht werden, ist keine Hoffnung.
Dietmar Dath, Maschinenwinter (2008)

Als Atheist sind mir religiöse Rituale fremd, ob es nun Sakrament wie Taufen (bei Christen) oder Hochzeiten sind, ritualhafte Messen und Feiern oder Initiationsriten. Zusätzlich kann ich wenig mit der zwangsweise durchgeführten Initiation von Kindern wenig anfangen, wie sie in vielen Religionen durchgeführt werden.  Religion, Glaube sollte selbst gewählt sein. Einige Fanatiker sehen das natürlich anders:

Ich meine, die Religionsfreiheit bedeutet natürlich mehr als das körperliche Wohlbefinden. (quelle)

Circumsion - schematische DarstellungDie Religionsfreiheit der Eltern wird davon meines Erachtens nach nicht berührt, ob ihr Kinder nach der gewählten Religion initiiert sind. Diese können ja gerne evangelisch-katholisch-mohammedanisch-jüdisch-wasauchimmer sein, ihr Kind entsprechend erziehen und es dann selbst entscheiden lassen, ob es der Religionsgemeinschaft beitreten möchte.

Es gibt sowohl evangelische, katholische, jüdische und mohammedanische Religionsgemeinschaften, die erst später die Kinder vor die Wahl stellen.

Wer sich länger mit dem Thema Beschneidung von Jungen auseinandersetzen möchte, dem seien die folgenden Texte empfohlen.:

Wie körperlich schlimm oder sogar physisch verletzend diese Prozedur sein kann lässt sich in diesem Artikel aus der tageszeitung nachempfinden: Beschneidungen und andere Traumata.

Thomas Stadler geht noch einmal auf rechtliche Aspekte ein und kommt zu folgendem Schluss:

Und genau an diesem Punkt kann und muss nun eine Rechtsgüterabwägung vorgenommen werden. Es stehen sich hier die Religionsfreiheit (der Eltern) auf der einen und das Recht des Kindes auf körperliche Unversehrtheit und die Wahrung des Kindeswohls auf der anderen Seite gegenüber. Wenn man an dieser Stelle einen Vorrang der (religiösen) Tradition postuliert, dann wird man künftig nicht mehr plausibel erklären können, warum nicht auch das Züchtigungsrecht der Eltern, der religiös motivierte Abbruch einer ärztlichen Heilbehandlung oder beliebige Verletzungen der körperlichen Integrität eines Kindes einen Rechtfertigungsgrund bilden können. Eine Gesellschaft, die bereits eine gewöhnliche Ohrfeige nicht mehr als vom Erziehungsrecht der Eltern gedeckt ansieht, kann schwerlich eine Beschneidung eines Säuglings oder Kleinkindes – ohne medizinische Indikation – für gerechtfertigt halten.
Quelle: http://www.internet-law.de/2012/07/die-beschneidung-des-rechtsstaats.html

(M)Ein Fazit:

Vor die Wahl gestellt, einen religiösen Brauch zu schützen oder das Recht nicht einwilligungsfähiger Kinder auf körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung, hat sich das Kölner Landgericht für Letzteres entschieden. Dies kann und sollte auch von Verfechtern der Religionsfreiheit akzeptiert werden.
Quelle: Scharfe Klingen – stumpfe Logik (Humanistischer Pressedienst)

Ohne medizinische Indikation keine Beschneidung, ohne Freiwilligkeit keine Religionszugehörigkeit, oder, um @moeffju das Wort zu lassen:

Daher: adé Alice Schwarzer, von den Grünen habe ich mich ja schon länger verabschiedet.

Wie das besser geht, zeigt Die Linksfraktion in Gestalt Ihres religionspolitischen Sprechers, Raju Sharma:

Wie es anders gehen kann, zeigen jüdische Gemeinden in Großbritannien. Dort wird das religiös geforderte frühkindliche Ritual der Beschneidung ins Schmerzlos-Symbolische verschoben und die Entscheidung über den tatsächlichen Eingriff dem Betroffenen selbst überlassen, wenn er als Jugendlicher selbst einwilligungsfähig ist.
Quelle: „Keine Bagatellgrenze für religiös motivierte Körperverletzung

Weitere Artikel zum Thema:

Phimose-Info mit einem längeren Text zum Thema.
ein Gastbeitrag des Kinderschutzbundes bei Mogis
Dem Schluß kann ich nicht folgen, der Argumentation schon. (Ivo Bosic, Jungle World)

 

In einem längeren Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beschreibt der derzeitige politische Geschäftsführer der Piratenpartei seine Probleme mit dem Arbeitsamt und seinem Ehrenamt, seiner Beschäftigung. Fazit: das Amt setzt Ihn unter Druck, sperrt seine Leistungen, überprüft unter fadenscheinigen Gründen, bestellt Ihn ein …

Antworten lassen nicht lange auf sich warten.

Anyway, ich halte es immer noch für falsch, dem Druck des Amtes nachzugeben und genau das zu machen, was die Menschen dort wollen: das sich die  „Leistungsempfänger“ gefälligst aus der Arbeitslosenstatistik entfernen oder wenigsten schweigend die Unmenschlichkeiten ertragen. Umgekehrt, wenn es schon keine Bezahlung für den politischen Geschäftsführer gibt, würde ein Schuh draus werden: Nerven haben. Dem Amt auf den S*ck gehen. Druck machen. Und vor allem: sich auskennen!

Denn, auch das schreibt Ponader:

„Die Jobcenter teilen ihre Kunden in mehrere Kohorten ein: arbeitsmarktnah, arbeitsmarktfern, nicht vermittelbar. Doch es gibt auch eine inoffizielle Kategorie: Kunden, die ihre Rechte kennen. Sie kommen oft zu zweit aufs Amt, begleiten sich gegenseitig. Insider berichten, das seien etwa zwei Prozent der Kunden. „Wären es fünf bis zehn Prozent“, so ein Insider, „könnten wir einpacken“.
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ein-pirat-zieht-sich-zurueck-ich-gehe-mein-ruecktritt-vom-amt-11809930.html

Was wäre das gewesen. Ein politischer Geschäftsführer im Streit mit dem Amt. So viele Betroffene hätten sich in den Erlebnissen wieder finden können, wie ein Finger in der Wunde hätte Ponader bohren können, Öffentlichkeit wäre ihm sicher gewesen. Jedoch,

Nun ist ein Sprung ins Ungewisse angesagt, wie ihn viele gehen, die die Gängelung durch die Jobcenter nicht mehr ertragen und freiwillig auf Sozialleistungen verzichten. Ich verlasse das Amt, um frei zu sein. Das Arbeitsamt.
Quelle: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/ein-pirat-zieht-sich-zurueck-ich-gehe-mein-ruecktritt-vom-amt-11809930.html

So ist’s dem Amt denn wohl auch recht. Ein „Arbeitsloser“ weniger in der Statistik. Noch dazu einer, der seine Rechte kennt. Wahrscheinlich sogar dauerhaft.