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Das sollte schon lange mal passieren, dass ich mich über Organisation auslasse. Daniel Pardella (@toxicdemongibt dazu jetzt Anlass, er hat gefragt.

Wenn die täglichen Aufgaben mehr werden und mehr Dinge überblickt werden wollen, reicht es nicht mehr sich darauf zu verlassen das alles im Kopf bleibt. Die Erfahrung sagte mir irgendwann, dass die Sachen da schon drin bleiben, aber nicht zum passenden Zeitpunkt rauskommen.

Ich habe mir also GTD (Amazon) angesehen und angewöhnt und meine Tools entsprechend angepasst. Das war ein längerer Prozess, es reichte leider nicht, sich einmal durch das Buch zu lesen. Oliver Gassners Lesehilfeservice hat ebenso geholfen wie verschiedene GTD-Gruppen und Podcasts.

Es folgt eine Übersicht über von mir genutzte Tools:

Evernote

Schnelle Gedanken und Ideen, kurze Notizen und Mitschriften von Besprechungen, Bookmarks im Browser. Alles war mir so einfällt. Kurz: der Notizblock, das Notizbuch, aber elektronisch.

Hier sammle ich alles was so kommt ziemlich einfach ein. Dank Evernote Skitch gehen auch kurze Skizzen. Sprachnotizen, Bilder, OCR-Scans sind auch kein Problem und gehen so einfach von der Hand (oder besser: aus dem Kopf). Evernote ist meine „eine Inbox„, Bookmarksynchronisationstool und mein mobiles Notizbuch in einem.

Es gibt Clients für so ziemlich jedes System (Windows, Mac, Android, auch Iphone), die Bedienung ist einfach. Leider sind im Android- und im Windowsclient noch nicht alle Aktualisierungen drin, aber das wird noch.

Über Schlagworte, Lokalisierung und Reminder lassen sich die Notizen auffindbar machen.

Es gibt sogar einen Ansatz, nur mit Evernote GTD zu machen: the secret weapon.

Google Mail und Calendar

Email ist wahrscheinlich das Mördertool bei der Menge an Noise, die da so ankommt. Ich bin bestrebt, alle Arten von Notifications via Mail schnell auszuschalten, Social Media-Kram läuft sowieso auf eine eigene Emailadresse. Trotzdem bleibt viel übrig, was sortiert sein will. Ich scanne eine Mail-Inbox – die mit den wichtigen Dingen – ständig mit, gehe die anderen abends durch und sortiere sie aus. Mir reicht dafür allerdings der Mailclient von GMail für Android auf dem Mobiltelefon.

Ich habe einige Varianten durchprobiert und bin dabei gelandet, alles was weiterbearbeitet werden soll an Evernote weiterzuleiten – in die „eine Inbox„.  Einmal in der Woche mache ich das sauber und reviewe, wobei Evernote die „eine Inbox“ ist, die ich säubern will von den kurzen Aufgaben, die ich nicht schon erledigt habe. Angenehm ist dabei, das mir neben den verschiedenen Clients an Windows-, Linux- und Androidgeräten auf dem Hauptrechner auch noch ein Archiv zur Verfügung steht, in dem ich alte Dinge lagern und archivieren kann.

Remember the Milk

Ideen, Aufgaben, Projekte – alles was länger dauert und mehrerer Schritte bedarf, geht von Evernote nach Remember the Milk. Das gilt auch für Aufgaben, die ich weiter gegeben habe, weil es jemanden gab der es besser erledigen kann als ich.

Es gibt zwar gute GTD Programme für den Mac, aber das „eins-für-alle“ Tool ist nicht darunter. Das beste Programm – Things – wollte lange nicht mit dem Internet und will immer noch nicht mit Android. Es scheidet daher für mich aus. Ich habe einige andere Dinge ausprobiert, RTM ist für mich am vollständigsten gewesen. Ich habe mir ein paar entsprechende Listen angelegt (@next, @call, …) und arbeite diese einmal in der Woche durch um zu reviewen.

Remember the Milk ist das Tool, mit dem ich meine Aufgaben verwalte. Dank der Verknüpfung zu Evernote ist das entsprechend einfach, auch andere Webdienste (sogar Twitter) lassen sich anbinden. Auch hier ist das Mobiltelefon zentral, die Webseite wird von mir nur zum befüllen und reviewen genutzt (und manchmal zum abhaken).

Ein Beispiel: wir benötigen derzeit Dinge vom Möbelhändler. Ich habe in Evernote ein Notizbuch „einkaufen“, in das ich alle Ideen speichere, die in dem Zusammenhang stehen, Webseiten, Skizzen…

… diese Notizen fasse ich zusammen zu einem Einkaufszettel, der dann direkt mit der Remember the Milk Aufgabe zusammengehängt wird, die den Einkauf als Aufgabe sieht: als zweistündige Exkursion zu einem Möbelhaus meiner Wahl. Dort habe ich dann den Einkaufszettel entsprechend zur Verfügung und weiß meist schon, an welches Regal ich muss, weil das auf der Webseite des Möbelhandels in aller Regel zu finden ist.

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Die nächste Aufgabe, diese Möbel zusammen zu bauen, ist auch schon da & wartet im Moment nur darauf, das die letzten Teil geholt werden.

Ich habe alles im Blick und muss gar nicht mehr daran denken. Und wenn dann demnächst noch Evernote Reminder in der Android- und Windowsversion ausgerollt werden, wird alles noch besser.

Exkurs: Outlook

Im Office bin ich auf Outlook angewiesen. Zwar nutze ich auch hier Evernote, um Notizen aus Meetings und Besprechungen zu verarbeiten, aber Arbeitsmails sammeln sich in Outlook. Ich nutze hier das Outlook-Plugin von NetCentrics, das ist ausreichend. Auch das funktioniert nach GTD-Prinzip ganz leidlich, auch die hier auflaufenden Aufgaben werden wöchentlich reviewt.

Papier?

Papier nutze ich eigentlich überhaupt nicht mehr. Zum Notieren in Gesprächen, diese Notizen kommen aber sofort in den jeweiligen elektronischen Topf, Mail oder Evernote. Zwischenzeitlich habe ich begonnen, auch solche Notizen (in Besprechungen) direkt nach Evernote zu schreiben, ohne Papier. Ich habe noch ein Tagebuch aus Papier. Das reicht.

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Fazit?

Das beste Setup, die beste Organisationsform muss aus dir selbst kommen. Es muss kontrolliert sein. Regelmäßig. Sich Aufgaben nur aufzuschreiben hilft nicht, sie müssen am richtigen Ort zur richtigen Zeit verfügbar sein und unter Kontrolle gehalten werden. Ich reviewe berufliche und private Aufgaben einmal in der Woche getrennt voneinander und halte mich so auf dem laufenden. Was sich mit GTD für mich wirklich verbessert hat, ist der Überblick über Aufgaben, die ich an andere vergeben habe, also delegiert. Darüber dann auch noch den Überblick zu behalten, also nicht nur seine eigenen Dinge im Kopf zu halten sondern auch die, die Kollegen, Freunde oder die Freundin ausführen wollten, das ist für mich die hohe Kunst.

Und es ist am schwierigsten.

Disclaimer: ein Bekannter sammelt jährlich via E-Mail, Facebook und Co aus seinem Freundeskreis die Songs und Alben des letzten Jahres ein und kompiliert daraus immer eine interessante Collage aus aktuellen Krachern und alten Bretter. Ich will euch in loser Folge eine Auswahl meiner Allzeitfavoriten vorstellen.

Eine ganze Reihe von Platten und Künstlern begleitet mich schon seit einiger Zeit. Immer wieder wandern die Titel in meinen Player, bei guter Laune dies, bei schlechter Laune das. Was gibt es besseres, als über seine Lieblingsmusik zu schreiben? Ich dachte mir, ich lasse euch daran teilhaben und gebe euch einen kleinen Einblick. Hier schon mal die Titel, die natürlich nachträglich verlinkt werden.

Blind Guardian Nightfall in middle earth
Eins, Zwo Gefährliches Halbwissen,
Sport EP
Gojira From Mars to Sirius
System of a Down Hypnotize / Mesmerize
Slayer  Seasons in the Abyss
Caliban  Say Hello to Tragedy
Heaven shall Burn  Iconoclast (Part 1: The Final Resistance)
Max Bruch Violinkonzert Nr. 1 G-Moll op 26,
Violinkonzert Nr. 3 D-Moll Op 58

Wenn Ihr den Typ auf dem Fahrrad seht, der laut singend durch den Park fährt – das bin ich. Grüßt recht freundlich.

Hier noch das titelgebende Zitat in seiner ganzen Länge mit Referenz:

„Wie so?“ fragte Don Quijote; „kommt man, weil man Musikus und Sänger ist, auch auf die Galeeren?“

„Ja, Herr,“ erwiederte der Galerensklave, „denn es gibt nichts Schlimmeres, als in der Angst zu singen.“

„Ich habe mir vielmehr sagen lassen,“ sagte Don Quijote, „das wer da singt, sein Leid bezwingt.“

„Hier ist’s umgekehrt,“ sagte der Galeerensklave, „denn wer Einmal singt, muss sein Leben lang weinen.“

Miguel de Cervantes Saavedra, „Leben und Thaten des sinnreichen Junkers Don Quijote von der Mancha …“ Seite 115.

Das Wasser kommt! In zwei bis drei Stunden wird der Höchststand der Flut erwartet. (…) Früh morgens werden die Überschwemmungen noch kaum wahrgenommen und doch scheint die Stadt über Nacht eine andere geworden zu sein. Als vor über 1 000 Jahren eine ganze Stadt in eine sumpfige Lagune gebaut wurde, schien der Mensch über die Natur gesiegt zu haben.
Das alljährliche Hochwasser – Quelle.

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Schaut man sich die von der Stadt veröffentlichte Gefährdungskarte an, lässt sich recht gut nachvollziehen, welche Wege sich die Weiße Elster und ihre Nebenflüsse gesucht haben müssen, bevor Leipzig in die Flußauen wuchs. Einen guten Überblick bietet ein Artikel in der L-IZ von Ralk  Julke:

Das alles galt so bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Das feuchte Wiesenland reichte quasi bis an die Stadtmauern. Bis ein Bursche namens Carl Erdmann Heine kam und 1845 damit begann, das erste Gelände westlich der Stadt trocken zu legen und erste Bauparzellen anzulegen. Auf seine Tätigkeit gehen alle Wohnviertel zurück, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf diesem ehemaligen Überschwemmungsgelände entstanden – das Westviertel rund um Dorotheenplatz und Lessingstraße, das Waldstraßenviertel, das Musikviertel und das Bachviertel, dazu noch Schleußig. Alle diese heute gutbürgerlichen Wohnquartiere wurden aufwändig aufgeschüttet – vor allem mit dem Erdreich und dem Gestein, das Carl Heine bei seinen Kanalbauten im Leipziger Westen gewann. Im Schnitt schüttete er diese Gebiete um zwei Meter auf.
Hochwasserschutz in Leipzig: Gefährdung besteht eigentlich nur für Bebauung im alten Auengebiet

Ich wohne im Arbeiterviertel im Westen, knapp an der Grenze des Gefährdungsgebietes. Das Proletariat hatte wohl nie das Recht, großbürgerlich zu wohnen. Ein Nachteil  – die Wohnungen sind kleiner – wird so zum Vorteil, die Wohnungen bleiben dauerhaft trocken.

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Was Leipzig vor einer Katastrophe wie in Halle, Dresden oder Grimma bewahrt hat? Meiner Information und Meinung nach, drei Dinge: Die Flutung des Auwaldes im Norden der Stadt, die Öffnung des Zwenkauer Sees und die Flutung des Elsterstausee im Südwesten (leider doch nicht, siehe Kommentar 3).

Interessanterweise tobt seit dem letzten „Jahrhunderthochwasser“ – dieser Begriff gehört auch auf die Liste der dummen Worte – eine Debatte um den Hochwasserschutz für Leipzig (und Sachsen). Das Nahlewehr ist dabei mittendrin. Eigentlich bräuchte der Auwald regelmäßige Flutung, damit Tier- und Pflanzenwelt „vorbereitet“ sind. Der geplante Neubau des Wehrs inklusive einer Erhöhung steht dem jedoch entgegen:

Seit den 1970er Jahren kann bei extremen Hochwassern die Nordwestaue gezielt geflutet werden. Dies geschah zum ersten und einzigen Mal zu Jahresbeginn 2011, als das Hochwasser von Weißer Elster und Parthe für einen aller dreißig Jahre zu erwartenden Hochwasserstand sorgte. Nun soll nach der vorgelegten Genehmigungsplanung das Bauwerk neu errichtet und der alte Zustand verfestigt werden. Mit der gewählten unverändert hohen Fixierung der Überlaufschwelle (der sogenannte Fachbaum) wird zu selten Wasser in den Auwald fließen und das Feuchtbiotop trocknet weiter großflächig aus. Damit stellt sich die Landestalsperrenverwaltung (LTV) gegen ihr eigenes Hochwasserschutzkonzept. Das wurde 2004 veröffentlicht und forderte eine reduzierte Fachbaumhöhe, um mehr Wasser in die Aue zu lassen.

Quelle: http://www.oekoloewe.de/text,2354,Auwald_aktuell.html

Ein verändertes, abgesenktes Bauwerk könnte die Burgaue dagegen schon bei geringstem Hochwasser mit Wasser versorgen. Die trocken fallende Aue profitiert: regelmäßige Überschwemmung würde den wertvollen Lebensraum Hartholzaue im FFH-Gebiet erhalten und seinen Zustand verbessern. Das ist europarechtlich geboten! Anlass genug eigentlich, um die LTV zum Umdenken zu bewegen. Das Nahleauslassbauwerk ist der Schlüssel zur Aufwertung dieses FFH-Schutzgebiets: es ist in die Deichanlage unmittelbar vor der Burgaue integriert. Daher wäre ein veränderter Neubau ein Anfang, um Natur- und Hochwasserschutz in Zukunft sinnvoll zu verknüpfen.
Quelle: http://www.oekoloewe.de/text,2372,Auwald_aktuell.html

Wenn das passiert werden wir andere Hochwasser erleben, und die Bürger in den bedrohten Gebieten bekommen wahrscheinlich nassere Füße. Die andere Option hört sich besser an:

„Von der Form des Hochwasserschutzes profitieren somit Mensch und Aue. Letztere zieht aus der Überflutung ihren Arten- und Strukturreichtum und reinigt aufgrund der Reduzierung der Fließgeschwindigkeit das Wasser von Schwebstoffen und Transportgut sowie entzieht die Fließkraft und die damit verbundene Wucht“, betont Liste. „Eng damit verbunden haben auentypische Pflanzenarten wieder verstärkt die Möglichkeit sich durchzusetzen. So können Harthölzer wie Stieleiche, Esche und Ulme bis zu 100 Tage und Weichhölzer wie Weiden und Pappeln bis zu 200 Tage unter Wasser stehen. Währenddessen beispielsweise Spitzahorn und Rotbuche nur bis zu 30 Tagen Wasser vertragen.“
Quelle: http://www.l-iz.de/Politik/Region/2013/06/Lehren-aus-dem-Hochwasser-2013-48879.html

Foto von: https://secure.flickr.com/photos/eulenfan/

Foto von: Eulenfan

Ironie der Stadtplanung ist es übrigens, das noch während des aktuellen Hochwassers ein weiteres Stadtquartier am Wasser Gestalt annimmt. Zwar am Lindenauer Hafen, der nicht im bedrohten Gebiet liegt. Jedoch, wenn der Karl-Heine-Kanal an das Gewässersystem angeschlossen wird – wie sollen dann dort Überschwemmungen verhindert werden? Besonders wenn der Kanal zur Weißen Elster oder zur Saale durchgebaut werden sollen.

Mit der Fertigstellung der Erschließung im Laufe des kommenden Frühjahrs und der Gewässerverbindung bis Ende 2014 sind dann alle Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das neue Stadtquartier Gestalt gewinnen kann.
(Quelle: http://www.l-iz.de/Politik/Brennpunkt/2013/06/Lindenauer-Hafen-Erste-Phase-der-Grundstuecksvermarktung-abgeschlossen-48911.html)

Die aktuellen Planungen gehen, soweit ich das ersehen kann, von einer direkten Bebauung am Wasser aus. Vielleicht sollten sich die zukünftigen Mieter mit den Menschen kurzschließen, die direkt an der Weißen Elster wohnen, oder in  Grimma und Dresden. Wird bestimmt spannend.

Das nächste Aqua Alta kommt bestimmt.

Spenden kann man hier.

 

Es war ein gutes Fußballjahr für Leipzigs Fußballvereine. Aufstiege, Nicht-Abstiege, Nicht-Insolvenzen, was man halt so feiert. Einzig Chemie muss sich (wahrscheinlich) mit einem Abstiegsplatz in die Bezirksliga zufrieden geben. Bleibt zu hoffen, dass das dem Projekt keinen Abbruch tut, es ist ein wichtiges im Leipziger Westen. Ein Jahr Bezirksliga tut zwar weh, sollte aber machbar sein.

Die Spielgemeinschaft Leipzig-Leutzsch Sachsen Leipzig, in der Traditionslinie des FC Sachsen, konnte sich in der Landesliga halten, hat aber ganz andere Probleme. Die Traditionslinie. Der Stern steigt leider nicht auf.


Es war ein schlechtes Jahr für Leipzigs Fußballvereine. Abstiege, Beinahe-Insolvenzen, verschiedenste Animositäten zwischen den beiden Leutzscher Vertretern.

Einzig die Rasenballer dürfen sich über die Teilnahme am DFB-Pokal und den Aufstieg in die 3. Liga freuen. Chemie steigt leider / wahrscheinlich ab, die SG-LL bleibt in der Sachsenliga. Umgedreht wäre mir lieber gewesen, aber wer weiß wie lange es diesen Club noch gibt. Die Traditionslinie (siehe oben) schlägt vielleicht noch richtig durch.

Unschuldigen Fußball gibt es heute nur noch in den untersten Klassen, jenseits davon geht es immer um Geld. Und alle Sponsoren im Fußball hoffen, dass etwas vom Glanz des Spiels auf sie und ihre Produkte abfällt, um Image und Umsätze zu verbessern.
11 Freunde, Die Dose der Pandora.


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