Karl Marx und seine Nachfolger gaben sich auffällig nüchtern und rational. Das lag wohl daran, dass die Kapitalismuskritiker damals als Romantiker und Träumer galten, als realitätsferne Wirrköpfe. Darauf reagierte man mit betont kaltschnäuziger und kühler Art. Diese Profilneurose führte zu Wortschöpfungen wie „real existierender Sozialismus“ oder die Überhöhung des „Marxismus“ zu einer „Wissenschaft“ – wenigstens in den Staaten, in denen das staatlich verordnet werden konnte.

Ich bin mir noch nicht sicher, ob in dem Artikel in der brandeins ein Hohelied auf Pragmatismus und Nüchternheit gesungen werden soll, oder ob es eher um Stillhalten und Mitmachen geht. Vielleicht braucht es leidenschaftliche Nüchternheit, um die Welt zu verstehen, und im richtigen Moment nüchterne Leidenschaft, um sie zu verändern.

Die dazugehörige Schlüsselpassage findet sich in Marx’ und Engels’ Bestseller „Kommunistisches Manifest“ und lautet: „Alle festen eingerosteten Verhältnisse mit ihrem Gefolge von altehrwürdigen Vorstellungen und Anschauungen werden aufgelöst, alle neu gebildeten veralten, ehe sie verknöchern können“ – und gleich anschließend erfährt man, wohin das führt: „Alles Ständische und Stehende verdampft, alles Heilige wird entweiht, und die Menschen sind endlich gezwungen, ihre Lebensstellung, ihre gegenseitigen Beziehungen mit nüchternen Augen anzusehen.“

Aber wahrscheinlich ist es dann doch so, dass das verwechselt wird.

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Ein schon etwas älterer Artikel aus dem Cicero, aber immer noch passend:

„Für die mediale Nachrichten-Maschinerie waren die unerträglichen Zustände in der „Dresdner Zeltstadt“, wie das Lager für Asylbewerber unter sengender Sommersonne euphemistisch genannt wird, nur kurze Ablenkung. Dresden, Zelte, Flüchtlinge, Chaos. Eine Randnotiz zwischen Hitzerekorden.“

Link zum Artikel: Asylpolitik in Sachsen. Eine demokratische Katastrophe.

Braucht es wirklich eine positive Zukunftsaussicht, damit das kapitalistische System funktioniert? Das jedenfalls behauptet Cornelia Koppetsch in einem Interview mit dem SZ-Magazin.

Das aber ist die Voraussetzung für ein funktionierendes kapitalistisches System: dass die Beschäftigten ein Minimum an Zukunftssicherheit im Leben haben.

Die Einschränkung, die hier gemacht werden muss, lautet „funktionierendes, auf Demokratie basierendes kapitalistisches System“. Das es das nicht braucht für die kapitalistische Organisation der Produktionsmittel, das hat die Vergangenheit bewiesen, und das beweist die Gegenwart in China beispielsweise nur zu deutlich.

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„Have you ever seen an alien? Scientists haven’t, but that hasn’t stopped them from speculating that imperialist extraterrestrials could be on the way. With the exception of one inconclusive blip in 1977, we haven’t detected signs of alien intelligence.“

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Ich würde auch nicht auf diese Erde kommen wollen.

Computer chatten miteinander, ein schönes Beispiel für Ecriture autonome

„Y.: Are you lost?
Z.: Yes – what planet is this?
Y.: This planet is called Earth.
Z.: Earth…
Y.: What planet do you live on?
Z.: Planet Earth.
Y.: Why are you shouting?
Z.: I am sorry. I didn’t know I was shouting.
Y.: Have we met before this?
Z.: I don’t think so.
Y.: We have met before.“

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What is poverty? Can it be measured by income – or the lack of it – or is it a state of mind, asks social worker-turned-writer Bernard Hare, who grew up in a Yorkshire mining family. My father worked as a coal miner while my mother was a shop worker in a department store.

For the first 10 years of my life, I had little idea that we were poor. As far as I was concerned, we had warmth, love, shelter, enough to eat – except towards the end of the week sometimes, as most people got paid in cash on Fridays – and a safe community environment to run around and play in.

Poverty isn’t only about a lack of money and resources. The worst poverty is found when there is a lack of education, understanding, hope – liberty, fraternity, egality, as the French say. Even after being on strike for a year, without money, the miners never thought themselves in poverty, because they had each other.

It seems to me poverty is a state of mind. If you think you’re poor, you’re poor. If you think you’re rich, you’re rich.

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