Es ist meist die gleiche Leier. Ich versuche ja, die Dinge des Lebens nicht im Internet, sondern im Einzelhandel einzukaufen. Lebensmittel ist klar. Kleidung? Wird schon schwieriger. Bei Büchern habe ich bereits aufgegeben, simpel weil es im stationären Handel noch keine vernünftige Ebook-Lösung gibt. Vernünftig hieße vor allem DRM-frei, das wäre eine tatsächliche Verbesserung.

Ein aktuelles Beispiel? Ich brauchte Minen für meinen Lieblingsstift, was angesichts der Tatsache das ich wenig ohne Computer schreibe ein Anachronismus ist. Ich habe mich daher schon seit längerem nicht mehr mit den vielen verschiedenen Möglichkeiten auseinander gesetzt, die es für Stiftminen so gibt. Es sind wohl eine Menge, die Verkaufsmenschen im lokalen Einzelhandel schauten mich fragend an, als ich meine Suchanfrage formuliert habe, sie war recht klar und deutlich, hatte ich doch die Daten von der Stiftmine.

Allerdings war kein Laden in der weiteren Innenstadt in der Lage, mir eine Mine zu verkaufen, die meisten boten mir einen neuen Stift an. Die Aussage war meist die gleiche: „Wir sind Fachhändler für Stifte der Marke XYZ, wollen sie nicht einen solchen Stift kaufen?“ Wollte ich nicht.

Und wieder endete ich beim Großhändler mit A, der mir ohne weiteres verschiedene Optionen anbot, meinen Stift zu befüllen, und mir ohne zu klagen die Möglichkeit bot, meine Mine zu kaufen. Die 3 € hätte ich lieber im lokalen Einzelhandel gelassen. Ging nicht..

Meinen Vater gesehen. Heute. Und ja, es ist schlimm. Nehmt all eure Kraft zusammen, wenn  ihr diesen Weg gehen müsst.

Vor wenigen Monaten, als ich das letzte Mal meine Heimatstadt besucht habe, nahm mich mein Vater zur Seite. Gerade hatte ich der älteren Tochter ein Märchen erzählt. Er saß dabei und atmete tief durch die Sauerstoffmaske, die er wegen seiner COPD-Erkrankung tragen musste. Er sagte, er müsse mir noch ein Geschenk machen, hier und jetzt, kramte in einer alten Kiste und zog ein Buch heraus, an dem der Zahn der Zeit offensichtlich schon genagt hatte. Es war sein altes Märchenbuch, aus dem ihm als Kind vorgelesen wurde.

Ein paar Seiten fehlten, an einigen Stellen waren mit Bleistift Zeichnungen hinterlassen. Grimms Hausmärchen. Ich habe es nicht übers Herz gebracht ihm zu sagen, das ich diese schon habe und dem Kind regelmäßig daraus vorlese, so erstaunt war ich von dem Geschenk. Es ist das einzige Buch, das er mir geschenkt hat. Ich glaube, bei den meisten Geschenken die ich erhalten habe, hatte meine Mutter das sagen. Ich weiß nicht, ob ich mich so bedankt habe, wie er sich das gedacht hatte.

Einige der Märchen, die die Gebrüder Grimm da eingesammelt haben, lassen sich so lesen: trenne dich von etwas, das dein altes Leben bestimmt hat (Dünkel, Ekel, Lieb gewonnenes…) und etwas neues wird in dein Leben kommen, das potentiell besser ist. Oder wenigstens anders. Oder umgedreht: etwas Neues kommt in den Leben, etwas Altes verlässt dich.

Mein Vater starb am Montag Abends. Keine 6 Stunden, nachdem ich die Geburt meines eigenen Sohnes erleben durfte. Jetzt blicke ich in die blauen Augen meiner Familie und kann meinen Vater darin sehen.

Verschiedene Umstände zwingen mich, hier von vorne zu Beginnen. Ist ja nicht das erste Mal.

Viel zu tun. Und nebenbei zu bloggen.

Und aufzuräumen.

Disclaimer: ein Bekannter sammelt jährlich via E-Mail, Facebook und Co aus seinem Freundeskreis die Songs und Alben des letzten Jahres ein und kompiliert daraus immer eine interessante Collage aus aktuellen Krachern und alten Bretter. Ich will euch in loser Folge eine Auswahl meiner Allzeitfavoriten vorstellen.

Eine ganze Reihe von Platten und Künstlern begleitet mich schon seit einiger Zeit. Immer wieder wandern die Titel in meinen Player, bei guter Laune dies, bei schlechter Laune das. Was gibt es besseres, als über seine Lieblingsmusik zu schreiben? Ich dachte mir, ich lasse euch daran teilhaben und gebe euch einen kleinen Einblick. Hier schon mal die Titel, die natürlich nachträglich verlinkt werden.

Blind Guardian Nightfall in middle earth
Eins, Zwo Gefährliches Halbwissen,
Sport EP
Gojira From Mars to Sirius
System of a Down Hypnotize / Mesmerize
Slayer  Seasons in the Abyss
Caliban  Say Hello to Tragedy
Heaven shall Burn  Iconoclast (Part 1: The Final Resistance)
Max Bruch Violinkonzert Nr. 1 G-Moll op 26,
Violinkonzert Nr. 3 D-Moll Op 58

Wenn Ihr den Typ auf dem Fahrrad seht, der laut singend durch den Park fährt – das bin ich. Grüßt recht freundlich.

Hier noch das titelgebende Zitat in seiner ganzen Länge mit Referenz:

„Wie so?“ fragte Don Quijote; „kommt man, weil man Musikus und Sänger ist, auch auf die Galeeren?“

„Ja, Herr,“ erwiederte der Galerensklave, „denn es gibt nichts Schlimmeres, als in der Angst zu singen.“

„Ich habe mir vielmehr sagen lassen,“ sagte Don Quijote, „das wer da singt, sein Leid bezwingt.“

„Hier ist’s umgekehrt,“ sagte der Galeerensklave, „denn wer Einmal singt, muss sein Leben lang weinen.“

Miguel de Cervantes Saavedra, „Leben und Thaten des sinnreichen Junkers Don Quijote von der Mancha …“ Seite 115.

Das Wasser kommt! In zwei bis drei Stunden wird der Höchststand der Flut erwartet. (…) Früh morgens werden die Überschwemmungen noch kaum wahrgenommen und doch scheint die Stadt über Nacht eine andere geworden zu sein. Als vor über 1 000 Jahren eine ganze Stadt in eine sumpfige Lagune gebaut wurde, schien der Mensch über die Natur gesiegt zu haben.
Das alljährliche Hochwasser – Quelle.

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Schaut man sich die von der Stadt veröffentlichte Gefährdungskarte an, lässt sich recht gut nachvollziehen, welche Wege sich die Weiße Elster und ihre Nebenflüsse gesucht haben müssen, bevor Leipzig in die Flußauen wuchs. Einen guten Überblick bietet ein Artikel in der L-IZ von Ralk  Julke:

Das alles galt so bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Das feuchte Wiesenland reichte quasi bis an die Stadtmauern. Bis ein Bursche namens Carl Erdmann Heine kam und 1845 damit begann, das erste Gelände westlich der Stadt trocken zu legen und erste Bauparzellen anzulegen. Auf seine Tätigkeit gehen alle Wohnviertel zurück, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf diesem ehemaligen Überschwemmungsgelände entstanden – das Westviertel rund um Dorotheenplatz und Lessingstraße, das Waldstraßenviertel, das Musikviertel und das Bachviertel, dazu noch Schleußig. Alle diese heute gutbürgerlichen Wohnquartiere wurden aufwändig aufgeschüttet – vor allem mit dem Erdreich und dem Gestein, das Carl Heine bei seinen Kanalbauten im Leipziger Westen gewann. Im Schnitt schüttete er diese Gebiete um zwei Meter auf.
Hochwasserschutz in Leipzig: Gefährdung besteht eigentlich nur für Bebauung im alten Auengebiet

Ich wohne im Arbeiterviertel im Westen, knapp an der Grenze des Gefährdungsgebietes. Das Proletariat hatte wohl nie das Recht, großbürgerlich zu wohnen. Ein Nachteil  – die Wohnungen sind kleiner – wird so zum Vorteil, die Wohnungen bleiben dauerhaft trocken.

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Was Leipzig vor einer Katastrophe wie in Halle, Dresden oder Grimma bewahrt hat? Meiner Information und Meinung nach, drei Dinge: Die Flutung des Auwaldes im Norden der Stadt, die Öffnung des Zwenkauer Sees und die Flutung des Elsterstausee im Südwesten (leider doch nicht, siehe Kommentar 3).

Interessanterweise tobt seit dem letzten „Jahrhunderthochwasser“ – dieser Begriff gehört auch auf die Liste der dummen Worte – eine Debatte um den Hochwasserschutz für Leipzig (und Sachsen). Das Nahlewehr ist dabei mittendrin. Eigentlich bräuchte der Auwald regelmäßige Flutung, damit Tier- und Pflanzenwelt „vorbereitet“ sind. Der geplante Neubau des Wehrs inklusive einer Erhöhung steht dem jedoch entgegen:

Seit den 1970er Jahren kann bei extremen Hochwassern die Nordwestaue gezielt geflutet werden. Dies geschah zum ersten und einzigen Mal zu Jahresbeginn 2011, als das Hochwasser von Weißer Elster und Parthe für einen aller dreißig Jahre zu erwartenden Hochwasserstand sorgte. Nun soll nach der vorgelegten Genehmigungsplanung das Bauwerk neu errichtet und der alte Zustand verfestigt werden. Mit der gewählten unverändert hohen Fixierung der Überlaufschwelle (der sogenannte Fachbaum) wird zu selten Wasser in den Auwald fließen und das Feuchtbiotop trocknet weiter großflächig aus. Damit stellt sich die Landestalsperrenverwaltung (LTV) gegen ihr eigenes Hochwasserschutzkonzept. Das wurde 2004 veröffentlicht und forderte eine reduzierte Fachbaumhöhe, um mehr Wasser in die Aue zu lassen.

Quelle: http://www.oekoloewe.de/text,2354,Auwald_aktuell.html

Ein verändertes, abgesenktes Bauwerk könnte die Burgaue dagegen schon bei geringstem Hochwasser mit Wasser versorgen. Die trocken fallende Aue profitiert: regelmäßige Überschwemmung würde den wertvollen Lebensraum Hartholzaue im FFH-Gebiet erhalten und seinen Zustand verbessern. Das ist europarechtlich geboten! Anlass genug eigentlich, um die LTV zum Umdenken zu bewegen. Das Nahleauslassbauwerk ist der Schlüssel zur Aufwertung dieses FFH-Schutzgebiets: es ist in die Deichanlage unmittelbar vor der Burgaue integriert. Daher wäre ein veränderter Neubau ein Anfang, um Natur- und Hochwasserschutz in Zukunft sinnvoll zu verknüpfen.
Quelle: http://www.oekoloewe.de/text,2372,Auwald_aktuell.html

Wenn das passiert werden wir andere Hochwasser erleben, und die Bürger in den bedrohten Gebieten bekommen wahrscheinlich nassere Füße. Die andere Option hört sich besser an:

„Von der Form des Hochwasserschutzes profitieren somit Mensch und Aue. Letztere zieht aus der Überflutung ihren Arten- und Strukturreichtum und reinigt aufgrund der Reduzierung der Fließgeschwindigkeit das Wasser von Schwebstoffen und Transportgut sowie entzieht die Fließkraft und die damit verbundene Wucht“, betont Liste. „Eng damit verbunden haben auentypische Pflanzenarten wieder verstärkt die Möglichkeit sich durchzusetzen. So können Harthölzer wie Stieleiche, Esche und Ulme bis zu 100 Tage und Weichhölzer wie Weiden und Pappeln bis zu 200 Tage unter Wasser stehen. Währenddessen beispielsweise Spitzahorn und Rotbuche nur bis zu 30 Tagen Wasser vertragen.“
Quelle: http://www.l-iz.de/Politik/Region/2013/06/Lehren-aus-dem-Hochwasser-2013-48879.html

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Foto von: Eulenfan

Ironie der Stadtplanung ist es übrigens, das noch während des aktuellen Hochwassers ein weiteres Stadtquartier am Wasser Gestalt annimmt. Zwar am Lindenauer Hafen, der nicht im bedrohten Gebiet liegt. Jedoch, wenn der Karl-Heine-Kanal an das Gewässersystem angeschlossen wird – wie sollen dann dort Überschwemmungen verhindert werden? Besonders wenn der Kanal zur Weißen Elster oder zur Saale durchgebaut werden sollen.

Mit der Fertigstellung der Erschließung im Laufe des kommenden Frühjahrs und der Gewässerverbindung bis Ende 2014 sind dann alle Voraussetzungen dafür geschaffen, dass das neue Stadtquartier Gestalt gewinnen kann.
(Quelle: http://www.l-iz.de/Politik/Brennpunkt/2013/06/Lindenauer-Hafen-Erste-Phase-der-Grundstuecksvermarktung-abgeschlossen-48911.html)

Die aktuellen Planungen gehen, soweit ich das ersehen kann, von einer direkten Bebauung am Wasser aus. Vielleicht sollten sich die zukünftigen Mieter mit den Menschen kurzschließen, die direkt an der Weißen Elster wohnen, oder in  Grimma und Dresden. Wird bestimmt spannend.

Das nächste Aqua Alta kommt bestimmt.

Spenden kann man hier.

Ich bin ich, mein Kind ist mein Kind, wir sind zwei verschiedene Menschen. Mir wurde diese Verschiedenheit nie so deutlich vor  Augen geführt wie bei diesem Wesen, welches wir irgendwie mit einplanen müssen, das überall eine Rolle spielt – und das immer (mehr) auch einen eigenen Kopf hat. Der nicht unbedingt mit unseren Planungen zusammen passen muss.
Kinder

Als das Leben noch so vor sich hinlief und ich  nur für mich allein zählte, waren Termine und Absprachen so eine Sache. Alles konnte auch mal warten, ein schöner Sommertag (oder eine knifflige Aufgabe am Rechner) konnten wichtiger sein als Verabredungen, andere Menschen, Duschen. Das geht jetzt aus mehreren Gründen nicht mehr. Einem Kind anzukündigen, zu einem Ort oder einer Verabredung zu gehen, und es dann nicht zu machen erfordert viel Überzeugungskunst. Besonders wenn die Gründe nur vorgeschoben sind. Mit ‚Warum‘ beginnen die gefürchtetsten Fragen überhaupt. Wenn man anderen gegenüber konsequent sein will, muss man bei sich anfangen.

Wenn mir jemand vor drei Jahren erzählt hätte, ich würde freiwillig morgens aufstehen, hätte ich genauso gelacht wie über die Erzählung, ich würde regelmäßig laufen gehen. Beides mache ich, aus dem gleichen Grund: Ruhe. Morgens ist es ruhig. Kein Kind. Keine Freundin, keine Autos auf den Straßen, selbst das Radioprogramm ist noch gedämpft. Und wenn es nach dem Aufstehen schon ruhig ist, im Wald ist es noch ruhiger. Ich mag diese eine Stunde für mich und stehe früh auf. Konsequenterweise auch am Wochenende.

Überhaupt, Ruhe. Ich werde gelegentlich als ruhig und geduldig beschrieben, manche Menschen können sich nicht vorstellen, das ich auch mal Laut werden kann. Kann ich, das habe ich gemerkt. Auch Ungeduld ist möglich, wenn dir ein Kind ernsthaft zum zwanzigsten Mal erklärt, das es die Zähne nicht putzen will. In mir schlummert ein aggressives, lautes Monster. Es gefällt mir nicht. Ich habe gelernt damit zu leben. Und manchmal unruhig, laut und ungeduldig zu sein.

Trotzdem muss Geduld die Maßgabe sein. Immerhin entsteht der Geist erst, es wäre wahnsinnig zu erwarten das alles schon verständlich wäre, wo es das doch nicht mal für die Erwachsenen so einfach ist. Im richtigen Moment, besonders wenn es für die Kleine stressig wird, wirkt Geduld wunder. Schließlich schaut sich das Kind ab, wie es in Situationen reagieren kann. Ich merkte recht schnell: wenn ich hektisch werde, wird es das Kind. Was bei mir aus Ungeduld nicht klappt und zum Fluchen verleitet, führt beim Kind zu bitteren Tränen.

Es gibt nichts schöneres, als einem Kind beim Spielen zuzuschauen. Wenn Tiere und Figuren erstmals sprechen, miteinander, und die Phantasie dazu führt, das diese Figuren Handlungen ausführen. Ich habe mich geärgert, als die Giraffe das Känguruh zum ersten Mal zum Arbeiten gehen verabschiedet hat. Und mit der Kleinen geweint, als der Bär krank war. Und freue mich jedes Mal für sie, wenn die Roboter auf den Autos herumfahren. Mitspielen ist auch gut, aber da bin ich als „Großer“ immer schnell fehl am Platz, da ich die Dinge schon mit anderen Augen sehe.

Medizin nehmen ist doof. Krankheit scheint für Kinder etwas völlig undenkbares, nur die Momente der Schwäche führen zur Einsicht. Eine Art unverständlicher Ausnahmezustand. Nun scheint sich der Geschmack von Medizin in den letzten Jahren deutlich gebessert zu haben, zumindest haben wir hier verschiedenste Flaschen mit allerlei Geschmacksrichtungen stehen: Erdbeer, Orange, … Ich kann mich aus meiner Kindheit nur an eines erinnern: bitter.

Alle Menschen sind unterschiedlich, auch Kinder. Diskussion mit anderen Menschen über Kindererziehung, die Probleme und Fragen sollten das im Blick behalten, sonst passiert es leicht das man sich vergleicht. Menschen zu vergleichen ist an sich blöde, Kinder zu vergleichen führt zu Druck auf sich und das Kind, beides Dinge, die man nicht haben kann. Darauf sollte ich mehr achten.

Liebe ist etwas natürliches. Wenn Liebe zwischen zwei Menschen entstehen kann, die von Anfang an alles von sich gesehen haben und damit natürlich umgehen, dann kann Liebe nur natürlich und universell sein. Es gibt keinen Unterschied zwischen Kindern, Menschen. Gleichzeitig ist Liebe nicht auf diese zwei Menschen beschränkt.

Geduld

Ich vermisse meine eigene Kindheit. Nicht den ideologischen Druck, der an mir (als Kind) wahrscheinlich spurloser vorbei gegangen ist, als das die aktuellen Debatten erscheinen lassen. Und ich bin meinen Eltern dankbar, das sie mich so ausgehalten haben wie ich jetzt die Kinder aushalten muss. Im positiven Sinne.


PS: Das war so schön bisher, das machen wir gleich noch einmal. Der nächste Freilandversuch startet im August, dann mit einem biologisch-männlichen Exemplar.

Angesichts der niedrigen Blogfrequenz der letzten Jahre ist das natürlich ein etwas irreführender Titel. Das Archiv habe ich auch noch nicht wieder hergestellt.

Vielleicht braucht es eine externe Motivation, mehr zu tun.

Die gibt es jetzt.

Thomas Gigold will Ironblogging nach Leipzig bringen. Ich bin mal dabei!

In Zukunft also wieder mehr Text oder wenigstens einen Grund zum trinken.

Zum ersten Mal richtig nass geworden bin ich um 13:32 Uhr, direkt hinter der ersten Kurve nach dem Start. Da ging es gleich richtig in den Markkleeberger See. Schwimmen. Alles nass.

Dann durch die Heidelandschaft am See entlang.

Hinter einem Berg, an dem sich der Verkehr erstmals staute, gleich die nächste Stelle, knietief nur, aber durch die schon zweitausendmalige Benutzung schwammig, schlammig und aufgeweicht. Die Füße ein einziger Klumpen Schlamm.

Danach ein langgezogenes Runter und Hoch, über Heu, kriechen im Heu, kriechen im Schlamm, alles stinkt für eine Weile, aber es endet wieder an einem Wasserloch. Hüfttief.

Ein großes Stück Laufzeit, bis zur Autobahn, drunter hindurch, wieder Wasser: dieses Mal ermöglichen es schwimmende Holztüren über das Wasser zu gehen. Gut, nicht alle Türen halten, wiederum nass, in Brusthöhe diesmal. Der Schlammgestank ist wieder weg, endgültig.

Auf der anderen Seite zurück und durch Reifen hindurch, immer schön auf die Schuhe des Läufer vor mir gucken. Bergab, Bergan, Getränkestelle, nebenan Verkündung von einlaufenden und Ergebnissen. Die Braut die sich traut, widerlich. Wasser, knietief, Treppe. Treppe? Treppe!

 

Und dann ein letztes Mal richtig nass werden, die Rutsche mit Karacho runter, rein ins Wasserloch, schon wieder komplett, aber dafür das letzte Mal richtig nass, danach traf es nur die Schuhe noch einmal.

Auf den letzten 500 Metern irgendwie schon auf das nächste Mal freuen.

(Geschrieben bei der einzig annehmbaren Wassertemperatur, 35 Grad, in der Badewanne danach.)

Update: Fotos aus dem Gesichterbuch. Und die Ergebnisse. Und ein Streckenvideo.