Während ich mich gerade hier durch das große Onlinearchiv mit russischen und sowjetischen Plakaten klicke fällt mir auf, dass immer wieder für die Verteidigung des Mutterlandes propagandiert wird, so zum Beispiel Plakaten von 1941 (Fashism — an envy enemy of women! Let’s struggle against fashism!) und 1943 (For the Motherland!). Das alles, während Frauen und vor allem “Mütter” auf der anderen Seite der Front eine andere Bedeutung hatten und das eher für das Vaterland gekämpft wurde.
Ein ähnliches Phänomen ist in den Filmen “Die Lebenden und die Toten” sowie “Man wird nicht als Soldat geboren” auffällig. Auch hier wird immer wieder das Mutterland adressiert. Man (tatsächlich Mann und Frau, zumindest in Partisaneneinheiten und im Sanitätswesen) kämpft gemeinsam. Und immer wieder richten die Hauptfiguren ihr Rede an die gebliebenen Frauen in den Fabriken, berichten und fordern ein. Das lässt sich sicherlich auch in den anderen Filmen über diese Zeit nachvollziehen. Oder auf den Plakaten, wie hier von 1941: We’ll take your place!
Natürlich gibt es auch eine Kehrseite, die aber propagandistisch ausgenutzt wird: die Frauen werden mit den Verbrechen der Deutschen Wehrmacht konfrontiert, im Falle des zweiten Filmes mit einer Episode über Misshandlungen an Kriegsgefangenen . Eine Situation, die die Sanitäterinen ohne männliche Hilfe meistern muss. Und das natürlich auch schafft. In die Produktion waren sie nach 20 Jahren Sowjetzeit bereits eingebunden (Mastering the machinery, be in the first ranks of the builders of the communism), auch wenn dies natürlich noch verstärkt wurde. Aber auch dies geht in Propagandafilmen immer mit Leichtigkeit.
Propaganda, wie gesagt: mehr Plakate. (more…)
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